Freitag, 20. März 2015

Sonnenfinsternis



  • Person A : Hier in Hamburg war es perfekt! Blauer Himmel. Kurz nach der maximalen Abdeckung kamen ein paar Schleierwolken vorbei, sodass ich sogar noch Aufnahmen in 4k mit der GH4 machen konnte. Beeindruckend und Ehrfurcht einflößend. Die Erde ist ein Raumschiff und wir leben im Weltall. Person B : Ja, aber die Besatzung spinnt ziemlich.
    (Dialog auf Facebook) 

»Nie und nie in meinem ganzen Leben war ich so erschüttert, von Schauer und Erhabenheit so erschüttert, wie in diesen zwei Minuten, es war nicht anders, als hätte Gott auf einmal ein deutliches Wort gesprochen und ich hätte es verstanden.«
Adalbert Stifter über die totale Sofi am 8.Juli 1842


Bleibe nicht am Boden heften,

Frisch gewagt und frisch hinaus!

Kopf und Arm mit heiteren Kräften,

Überall sind sie zu Haus;


Wo wir uns der Sonne freuen,
Sind wir jede Sorge los;
Daß wir uns in ihr zerstreuen,
Darum ist die Welt so groß.

(1749 - 1832), deutscher Dichter der Klassik, Naturwissenschaftler und Staatsmann

...aha, Herr Geheimrat ..



SONNENFINSTERNIS 
....aber eigentlich wird es ab heute grade HELL  und heller und vielleicht wirkt das auch auf uns merkwürdige Menschenwesen ... hoffen darf man ja ...


Erinnere mich gut an die totale Sonnenfinsternis 1999 ..Die Isar-Auen voller Menschen mit Spezial-Brillen, voller Hunde ohne ... 
Fahles Licht, kein Vogelgezwitscher, ein Nacht-Tag näherte sich, dann Dunkel und totale Stille..
Eine königliche Korona .. 

..als der Schatten sich allmählich wieder wegschob ging APPLAUS los ...lauter Applaus der Erleichterung ..und überschwemmte alle ..

Es hatte etwas vollkommen Atavistisches, Archaisches .. und war so "ECHT" :

Erleichterung, dass doch alles so weitergehen darf wie bisher !

Das große Feuer am Himmel ist nicht erloschen !

Ein gütiger starker Gott erhält es für uns !

Mutter, wo sind die Keulen !

Auf zum nächsten Sonnenbrand !


Es berührt mich eigenartig, wie nahe wir unseren Höhlen-Vorfahren in jeder Weise noch sind .... und es macht mich zornig, dass wir - wenn man sich das Fortschreiten der Welt so anschaut - das anscheinend auch bleiben wollen ...




..fundstück im Netz:

Carmen Sylva (1843 - 1916), Dichtername der Königin Elisabeth (eigentlich Pauline Elisabeth Ottilie Luise) Prinzessin zu Wied, Königin von Rumänien, deutsche Lyrikerin und neuromantische Märchenerzählerin
Quelle: »Meine Ruh!«



© K.Posch

















Dienstag, 17. März 2015

BIRDMAN




"Die ganze Welt ist Bühne
Und alle Fraun und Männer bloße Spieler.

Sie treten auf und gehen wieder ab,

Sein Leben lang spielt einer manche Rollen
Durch sieben Akte hin...."

Jacques in "Wie es Euch gefällt" von Shakespeare

Michael Keaton

Diese Lebensgier.. Anerkennungsgier.. Liebesgier.. 
Der ständige Einflüsterer vergangener "Siege" und alter Träume .. 
Wir sind Birdman ... jeder sein Eigener ... 
Eine Wucht, ein traurig-komisch-wilder Spass, der einem (ob Schauspieler, Versteller, So-tuer-als-ob...) den Spiegel vorhält und keiner kann sagen, das alles hätte mit uns ( auch den Nicht-Kaschperln ) nichts zu tun ... 

Endlich bin ich in diesem Film gewesen. 
Starke Parabel über die Eitelkeiten und Abhängigkeiten des (..meines) Berufsstandes SCHAUSPIELER. Zugespitzt - spielerisch, drehbuch- und regiemäßig... der ganze Film selbst wie ein Stück von Tschechow ...an den ich oft denken musste.. auch wenn Tschechow fälschlicherweise so melancholisch und "sanft" auf unseren Bühnen herumtappst ... ein wilder KOMIKER ist er.. und die wilde Komik in BIRDMAN hat mich halt oft an ihn ...UND natürlich an SHAKESPEARE denken lassen !! ...der dann ja auch in rauer ( schreibe lieber "rauher"..) Trunkenheitsnacht unter der Brücke lauthals zitiert wird. 

Offizielle Seite :     http://www.birdmanthemovie.com

Ein Schau-Spieler besser als der andere ... FALSCH! Jeder mit dem anderen verwachsen...zusammen... Spiel und Wirklichkeit vermischend auf im Kino schon lange nicht gesehene Weise .. 

Die Wichtigkeit von Hollywood, Kritik und Erfolg auf das zusammengestaucht, was es mit uns Selbst-und-andere-Darstellern machen kann...


Deutscher Trailer :    https://youtu.be/ZBbASNffguw

                                 
Und auf der Facebook-Seite von Klaus Pohl wird in seinem Schauspielerroman bestätigt, dass Schauspielerei Irrsinnspotential hat ...

https://www.facebook.com/pohl.klaus?fref=ts 


Und in folgendem Blogspot-Eintrag erzählt Johanna Schall ebenso davon ...

http://johannaschall.blogspot.de/2015/03/theater-ist-manchmal-vollends-neben-der.html?spref=fb


handgezeichnete schauspielerwappen, japan, 19.jh.


....

Sonntag, 15. März 2015

VORFRÜHLING ..




Härte schwand. Auf einmal legt sich Schonung
an der Wiesen aufgedecktes Grau.
Kleine Wasser ändern die Betonung.
Zärtlichkeiten, ungenau,

greifen nach der Erde aus dem Raum.
Wege gehen weit ins Land und zeigens.
Unvermutet siehst du seines Steigens
Ausdruck in dem leeren Baum.

Rainer Maria Rilke



`s ist VORFRÜHLING ! An diesem März-Tag, der heute etwas hellgrau begann, sind die Worte von Rilke geradezu plastisch zu spüren ... trotz der paar schon sonnigen Tage :`s ist erst oder schon VOR-FRÜHLING ! Und wenn auch im Leben und im Netz die Unerfreulichkeiten und Grausamkeiten sprießen -`s ist trotzdem VOR-FRÜHLING ..Und wenn wir auch noch so sehr selbst der Anlass/Auslöser für Unerfreulichkeiten sein mögen.. vielleicht ist dies ja hilfreich für Veränderungen :`s ist ja VORFRÜHLING .. 





..man muss sich die freundliche Genauigkeit von Rilkes Wahrnehmung auf der Zunge, in den Augen, im Herzen zergehen lassen : 

VORFRÜHLING     
Rainer Maria Rilke 

Härte schwand. Auf einmal legt sich Schonung
an der Wiesen aufgedecktes Grau.
Kleine Wasser ändern die Betonung.
Zärtlichkeiten, ungenau,

greifen nach der Erde aus dem Raum.
Wege gehen weit ins Land und zeigens.
Unvermutet siehst du seines Steigens
Ausdruck in dem leeren Baum.



©k.Posch




....


Dienstag, 10. März 2015

Verlust


....

... Meine Freundin ist tot
    Sie war blond und kühn
  Keine lachte wie sie 
    Und meine Narbe am Knie
    Aus der Zeit in den Bäumen 
 mit ihr
      Leuchtet weisser denn je...

....


Ciao, liebe Geli !
Eine leichte Heim-Reise für Dich !



© K.Posch


Sonntag, 8. März 2015

DAHEIM...

Wo ist man daheim ?  was heisst das ?
Da wo es am wenigsten anstrengend ist ... ? was heisst das ?
Da wo ich mich ausruhen darf ... ? was heisst das ?
Da wo ich UNTERWEGS bin...? das heisst was ?

Ich kenne keine Antwort auf : Wo ist daheim ? ...

...nach der langen Zeit ausserhalb von München
 gut, mal wieder Vertraute(s) um sich zu haben...
sein Bett, sein Bad, seine Isar...
...verdauen, was war...

Neues plant sich hoch...
Neues träumt sich hoch...

Mal sehen..
Vielleicht...





Dienstag, 3. März 2015

BOZEN Theater : Hinter der Bühne


DANKE ALLE GUTEN GEISTERN BACKSTAGE !
..nichts ist selbstverständlich..



Vorne der GLANZ TANZ ...
Hinter der Bühne auch ein Tanz ..

Sie tragen uns, 

sie ermöglichen es, dass wir schweben, leuchten, in Fabel-hafter Stimmung sind ...
Dass wir das Richtige anhaben, bevor es ins nächste Bild geht ...
Dass wir uns auf der Hinterbühne nicht verlaufen...
Sie sind im richtigen Moment DA . 

Will, von dem ich immer das Zeichen zum Auftritt bekam .. und der erschrak, als er das erste Mal sah wie ich vorher langsam herumtaperte um mich in die Schlurf-GangArt der Alten Emma Manente einzulaufen...

Er dachte, es sei zu dunkel hinter der Bühne und ich hätte mich verletzt ...

Tobias, der Bühnenmeister, der sich dann als Sohn eines ehemaligen Schulkollegen outete .. Da steht ein gestandener Mann vor mir und ist der SOHN eines Matura-Kollegen. Wie alt man doch geworden ist mit der Zeit :-)) 


Marlene, die mich auf der Bühne von der grauhaarigen Emma in die 1978er Emma verwandelte und das zuerst partout nicht wollte ... Bloss nicht von unten erkannt werden ... Wie anders sie sind als wir Uns-Zeigende ... 


Ursula, aus dem Gadertal, die kleine Flinke, die An- und Umkleiderin ... immer mit Hut :-) 


Luca, der TonMann. Der Einzige Mann, der einem an die Unterwäsche durfte hinter der Bühne, beim Anbringen von Headset und Sender  ...


Florian, das Mädchen für alles, der Regie-Assistent, Inspizient, Requisiten-Checker, Kindermädchen und Rädelsführer... während der Proben war er auch Souffleur ... ( ehem ehem ..) Das Theater hier ist zwar ein Stadttheater, hat aber nicht ein Budget, wie andere große Häuser, die ich so kenne.... 



die rote Michaela, die uns ins richtige Licht setzte ...

Von einigen der Männer im schwarzen Overall, die die Wände hoch und nieder fahren ließen, kenne ich die Namen nicht ... Ich sah sie vor der Vorstellung beim Kaffee-Automaten , ich bekam ein Getränk spendiert , was als Zeichen von Hochachtung zu interpretieren war . Diese wurde auch schon mal in Worte gefasst ... Für mich ist so etwas dann Lob mit 4 Sternen !