Samstag, 21. Mai 2016

ÖSTERREICH



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Ich mag Österreich . 
Seit meiner Kindheit ist es mir vertraut . Vom Durchfahren . Vom Dasein . Vom Schauspielstudium . Vom Drehen . Vom Theaterspielen . 
Mein Sohn und seine Familie leben da . Freunde . Echte und virtuelle . Meine Großväter waren Österreicher . Einer davon war Wiener.

Tirol ist schön . Die Steiermark . Wien nur du allein . Innsbruck ich muss dich lassen . 


"In der EU gibt es am Sonntag vielleicht ein Land mit einem rechtspopulistischen Präsidenten - und in vier Wochen ein Land, das nicht mehr dazugehören will. Österreicher und Briten haben jetzt einen anspruchsvollen Job..." (Nico Fried in der SZ 21.5.16)


Ich mag die Menschen in Österreich . Auch die Zwideren . Ihren schwarzen Humor . Ihre hemmungslose Grantigkeit . Ihre Lieder.
Ihren Slang . Ihre Phantasie . Ihre Kabarettisten . Die bekommen immer genügend Futter.
Ein zwiderer , melancholischer Österreicher ist mir vertraut und bringt mich zum Lachen . Ein Deutscher gleicher Couleur ist mir oft... sorry, zuwider. Österreicher haben unübersetzbare Wörter. Sie haben Charme . Sie sind falsch. Sie sind musikalisch. Sie sind  gschamster Diener freundlich - und halten ´s Messer hinterm Rücken. Sie spielen immer eine Rolle. Sie rauchen immer noch in Beiseln und Hinterstuben . Sie singen, dass es eine Freud ist .


"In der EU gibt es am Sonntag vielleicht ein Land mit einem rechtspopulistischen Präsidenten ...Österreicher haben jetzt einen anspruchsvollen Job..."

 Sie lassen sich überholen und überholen dann selbst. Sie machen gutes und auch langweiliges Theater . Sie sind so begabt . Sie drehen hinreissend böse und komische Filme . Sie trauen sich auf allen Gebieten ´was.. ob es einem gefällt oder nicht . 

JA, SIE GETRAUEN SICH WAS . 

Sie sollen das bitte alles weiterhin tun. Sie sollen weiterhin offen und mutig und kühn sein dürfen . Sie sollen kraft ihrer Wahl-Entscheidung weiterhin ein Land sein, durch das ich so gerne fahre, wie andere auch . In dem ich so gerne bleibe, wie andere auch . 
Ein Land, das nicht in Dummheit und Enge und Furcht erstarrt. 



"Die Geschichte lehrt andauernd . Sie findet nur keine Schüler"
(Ingeborg Bachmann)


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Wenn nur noch Gehorsam gefragt ist und nicht mehr Charakter, dann geht die Wahrheit und die Lüge kommt .
(Ödön von Horváth)


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"Ach", sagte die Maus,"die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, daß ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, daß ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, daß ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe."
"Du mußt nur die Laufrichtung ändern", sagte die Katze und fraß sie.

(Franz Kafka)

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Jede Rohheit hat ihren Ursprung in einer Schwäche.
(Seneca) 


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Foto und Text (c)Krista Posch


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WIKIPEDIA : 
Obwohl man von einem – wie auch immer gearteten – „Österreich“ als eigenständiges Herzogtum ab 1156, und selbst als rein territoriale Einheit frühestens mit der Entwicklung der zu Baiern gehörenden Mark Ostarrîchi im späten 10. Jahrhundert sprechen kann, so entstand dieses Gebilde doch nicht in einem kulturfreien Raum, sondern einer Region mit langer und ungebrochener Tradition, deren Überlieferung und Überreste als Kulturerbe Österreichs zu seiner kulturellen Identität gehört.
Zwar entstand dieses Ostarrîchi selbst in einem Niemandsland des fränkischen Reiches gegenüber dem besiegten Reich der Awaren, die kaum Spuren hinterlassen haben. Die fränkische Besiedlung in Österreich traf auf eine romanisierte Bevölkerung, die Ortsnamenkunde belegt das, auch der heilige Rupert, der 696 in Salzburg mit der Missionierung der Südgrenze Austriens beginnt, fand keineswegs von der Völkerwanderung verheertes Land vor, sondern romanisierte Christen. Der Südosten Österreichs aber gründet sich darüber hinaus in der Tradition eines slawischen Reiches Karantanien, und geht noch viele Jahrhunderte einen eigenen Weg, der bis heute zu spüren ist. Auch hier lassen sich Kontakte zu romanisierten Vorbewohnern vermuten.
















Donnerstag, 5. Mai 2016

Ludwig van Beethoven - Musik als Heilung



So frisch verzweifelt jubilierend in Tod und Trauer versinkend zu den Sternen hoch und zum Heurigen herunter... 

Ein Miteinander Sein und kommunizieren und fast physisches Lieben vermittelte dieses Quartett mit Beethoven und Schubert !




Beim Zuhören und überschwemmt werden vom dritten Satz hab ich alles weitergesandt an meine Schwester und eine Bekannte, die sich beide gerade in verschiedenen Uni-Kliniken befinden ...

Streichquartett Nr.15 in a-moll von Beethoven

Der dritte Satz  lautet : 
Heiliger Dankgesang eines Genesenen an die Gottheit, in der lydischen Tonart, 
Molto Adagio  

"....eines Genesenen" , schreibt Beethoven ... 
Er hat wohl auf natürliche Weise etwas gewusst vom Quantenfeld... und eine Heilung als Fakt gesetzt ...

Das habe ich in Gedanken an die beiden Frauen auch so gemacht .

                                           


Kam beglückt nach Hause . In der Allerheiligen Hofkirche , einem magischen Raum , spielte lebte tobte streichelte schluchzte schrie seufzte riss perlte das ARCANTO - Quartett verstärkt durch den Cellisten Maximilian Hornung 


Das Quartett :

Antje Weithaas, Violine
Daniel Sepec, Violine
Tabea Zimmermann, Viola
Jean-Guihen Queyras, Cello


Wer mal die Möglichkeit hat, die Vier zu erleben :
hingehen
hören
schauen
staunen 
glücklich sein


nach dem Konzert

PS ... Schade, und letztlich "dumm", dass der Konzertbetrieb so hochgeputscht und gehypet ist... und die Folge: man sitzt im Publikum hauptsächlich unter alten Menschen - von oben blickt man auf einen Silbersee - und solche und ähnliche Ereignisse gehen somit am jungen Publikum meist vorbei... qua Höhe der Eintrittspreise ... 



Fotos und Text (c) Krista Posch


aus Wikipedia :

Der dritte Satz wurde von Beethoven mit dem Zusatz „Heiliger Dankgesang eines Genesenen an die Gottheit, in der lydischen Tonart“ versehen, der indirekt darauf verweist, dass er zur Zeit der Komposition selbst an einer schweren Krankheit litt und seine Arbeit 1825 gar für mehrere Wochen unterbrechen musste. Nach Auskurierung seiner Krankheit komponierte Beethoven für seinen Arzt, Prof. Braunhofer, einen Kanon: „Doktor sperrt das Thor dem Todt, Note hilft auch aus der Not“ (WoO 189).[17] Die Dankbarkeit über seine Genesung, die Beethoven in dem Kanon noch scherzhaft ausgedrückt hatte, fand nun auf ernsthafte Weise Eingang in das a-Moll-Quartett.

Die den Satz bestimmenden choralartigen Sequenzen (deren Eindruck durch Einsatz der lydischen Kirchentonart verstärkt wird), werden immer wieder von energischen Passagen, die Beethoven selbst mit dem Vermerk „Neue Kraft fühlend“ versehen hat, unterbrochen. Zum Schluss wird das Anfangsthema erneut, jedoch diesmal, wie von Beethoven vermerkt „mit innigster Empfindung“ vorgetragen, und die Musik klingt im Pianissimo aus.
Die Entscheidung, in diesem Satz eine etwas ungewöhnliche Tonart zu verwenden, lag in Beethovens damaligen Interesse am Schaffen des italienischen Komponisten Giovanni Pierluigi da Palestrina begründet, die von Raphael Georg Kiesewetters historischen Hauskonzerten in Wien gefördert wurde.[18] Ein allgemein wieder erwachendes Interesse an dem „Palaestrina-Stil“ war bereits von Wilhelm Heinrich Wackenroder (ab 1797) und E. T. A. Hoffmann (ab 1814) begründet worden.
Es wurde vermutet, Beethoven hätte in dem Satz eine Melodie von Palestrina verwendet; Skizzen weisen diese jedoch als eine Erfindung Beethovens aus.[19] Bereits 1818 hatte Beethoven eine Sinfonie als „frommer Gesang in einer Sinfonie in den alten Tonarten“[20] geplant, aber nicht umgesetzt. Neffe Karl konnte Beethoven nicht nur mitteilen, »daß viele Stellen mit Ausrufungen begleitet wurden, und beym Weggehn sprachen die Leute von der Schönheit des neuen Quartetts. Schuppanzigh will sie deßwegen über 14 Tage wieder geben«, sondern auch, dass „Man bewunderte, wie viel Du mit den wenigen Tönen gemacht hast, die Dir in der lydischen Tonart verstattet waren“[21].


6.Mai 2016

Heute in der Süddeutschen schreibt H.Eggebrecht über den Abend :

"....Beethovens rätselvolles a-Moll-Quartett entwickelten die vier aus der unendlichen Vielfalt der Piano-Pianissimo-Region, dabei tonliche Brüchigkeit und Herbheit bewusst nicht scheuend. Geradezu aufeinander lauernd, nie hastend, immer geduldig und wach realisierten sie die namenlose Weite dieses Beethovenschen Kosmos, gipfelnd im wunderbar artikulierten Dankgesang.
Auch Schuberts Quintett ist ein Spätwerk, aber das eines jungen Mannes, auch wenn dem Tode nahe. Daher braust es mit ungeheurer Energie auf, dehnt sich aus, verwandelt Melodie in Schmerzlichkeit, Trauer in lebendigste Rhythmik, Schwermut in Schönheit. All das konnte man erleben in einer Aufführung, in der der symphonische Geist und die Phantasie von fünf großartigen Solisten Schuberts Musik in hell strahlendem Glanz aufleuchten ließen, so dass die Lebenswucht und Klangmacht dieses immer mirakulösen Stücks jeden packte. "