“Übrigens: Das Bergsteigen wird durch die Existenz von Bergen sehr erschwert.” (Jan Rys, österreichischer Schriftsteller, 1931 – 1986)
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Von weitem jodelte es klangvoll und weiblich über die Alm. Dazu ein kleines Akkordeon. Ich kam gerade von Puflatsch herunter und so wurde ich also in Compatsch empfangen. Sie stand an der kleinen Teerstrasse, hatte ein Phantasie-Dirndl an, einen blumengeschmückten Strohhut und SANG . Auf südtirolerisch, auf ladinisch. Nachdem ich ihr etwas in den Korb gelegt hatte, der da mitten auf der Strasse stand :
Woher kommen Sie? - Aus Hessen .
Und wieso singen Sie diese Südtiroler Lieder und jodeln herzergreifend ? - Ich bin schon seit Jahren den ganzen Sommer hier auf der Alm und singe und freue mich wenn die Menschen lächeln und mich ansprechen.
Und was machen Sie im Winter? - Da singe ich auf Lanzarote . Zur Gitarre . Auf spanisch . Ich lebe davon .
Sie zückte auch gleich ihre E-Mail-Adesse, fein säuberlich auf einem kleinen Papierstreifen, griffbereit . "Wirtschaft, Horatio!" . ..
Ich durfte sie fotografieren. Hier ist sie . Anni aus Hessen.
Apropos Hamlets "Wirtschaft, Horatio" .. Der Mensch liebt scheinbar die Disneylandisierung der Naturschutzgebiete ... Es muss wohl so sein, alles total geregelt, abgezirkelte und per Plastikband eingefasste Wege, Stege, auch asphaltierte Straßen, die den Bauern zu Recht zugute kommen, aber von unzähligen E-Bikern ebenfalls genutzt werden, die sich brüllend über Distanzen von hundert Metern über die einzuschlagende Route unterhalten... und man muss weit und hoch gehen, um ihnen zu entkommen ... An der Vermietung wird halt verdient.. und soll ja so sein ... Hat alles zwei Seiten ..
Aber die Selbst-Biketreter sind meist stiller und angenehmer... brauchen auch keine Wander-App. Das Beste an so einer Wander-App ist eh, dass man Gruppen von Menschen gemütlich überholen kann, die an gut informierenden und zahlreichen Hinweisschildern stehen, aber lieber ihre Nase in die App stecken ...
Mensch und Berg... das wäre doch auch Stille und Mensch ...
Ich glaube von GOETHE stammt : Berge sind stille Meister und machen schweigsame Schüler.
Soviel Zauber in dieser Gegend ... und Magisches... nicht umsonst sind hier im Seiser-Alm und Rosengartengebiet all die Sagen entstanden von verwunschenen Fräulein, Drachen, Weissen Frauen, Geistern, Rittern ...
.. hier die "Hexenbänke" auf dem Puflatsch ...
Zauberhaftes ist Hüttenzauber gewichen..
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Während ich hier schreibe geht ab und an das Licht aus... flackert dann wieder ... Gewitternachwirkung ... gefällt mir .. wie in der Sommerfrischhütte , in der Kofler-Schwaige früher die Petroleumlampe ... ein bisschen Nicht-Perfektion im wunderbaren Hotel .... gerade sitze ich im totalen Dunkel und es leuchtet der Desktop ...
Eine immer gültige ur-menschengemachte Wetterregel ist mir in diesen Tagen wieder eingefallen :
"Hat der Berg an Huat, bleibt´s Wetter guat.
Hat der Berg an Sabl, werd´s Wetter miserabl"
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also ´s Wetter soll gut bleiben, weil HUT auf dem Langkofel ... |
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Geheime Frage, die sich beim Stapfen und Schauen anbietet : ist es wirklich nötig, sooo viele Papiertaschentücher für zugegebenermaßen nötiges Pinkeln unterwegs zu verschleudern...??
Mit Verlaub - so lange abschütteln bis nix mehr tropft und die Umwelt bleibt Tempo-frei . Oder man packt sein Papierchen in eine kleine Tüte und entsorgt es beim nächsten Klo ! Muss mal gesagt sein :-)
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Der DUFT VON HEU
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Das ist eine TENNE ... so haben wir das jedenfalls genannt ...
Die Bauern haben darin das Heu von der Alm zu Tal transportiert ... per Rossgefährt ... und als kleines Kind durfte ich öfters da obenauf weich thronen und mich juchzend kutschieren lassen. Heute steht so etwas als nostalgische Deko im Alpenhotel auf 2000m . Tempora mutantur .
"Wirtschaft, Horatio !"
Wir haben die Schafe noch streicheln dürfen.. heute sitzt man auf ihnen ;-)
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Weltbester Kaiserschmarren auf der Tierser Alpe
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seht Ihr die Gesichter ....?
“Ich gehe viel spazieren, einmal einfach, weil strahlendes Wetter ist, dann auch, weil ich schon die kommenden Herbststürme vorausahne. So nütze ich wie ein Geizhals aus, was Gott mir schenkt.” (Marie de Sévigné, französische Autorin, 1626 – 1696)
Bilder/Text © Krista Posch













