Samstag, 16. Juli 2016

TRAILER in Bild und Ton


Mein THEATER AM TISCH mit 
GLAUBE LIEBE HOFFNUNG von Ödön v. Horváth 
hat nun einen 3 Minuten - Trailer 
(rechts unten im Video Vollbild einschalten)




Eine kurzer Ausschnitt aus dem letzten Bild ...
Für alle, die das Programm schon gesehen haben, zur Erinnerung
und für alle anderen Fans dieses starken Stückes 
und von mir als Schauspielerin und Erzählerin... 
als amuse-gueule und zum Weitersagen

nächste Termine im Frühjahr 2017
Gauting, München, 30.März, 20.00Uhr : Bosco-Theater
München : Gasteig, Blackbox,19.30Uhr am 6.April   

....erst ganz zum Schluss WEHRT sich Elisabeth auch mal richtig .... 



Buchen oder anfragen kann man über die Agentur Ole Schultheis: 
mail an ole.schultheis at t-online.de 
oder auch  
info at krista-posch.de 

****

Der Ausschnitt stammt aus einer Vorstellung in der CARAMBOLAGE in Bozen, Dezember 2015 











Montag, 6. Juni 2016

SCHWESTERN



Uschi und Krista in grado
Uschi ist tot 


wir haben uns beschützt geprügelt geliebt gebissen gestritten wir waren pech und schwefel und himmel und hölle tiroler lieder zweistimmig haben wir gesungen am liebsten büabele liabele und auch gern wann auch immer kloanes kindl großer gott ob es passte oder nicht die stellen die bestimmten waren von blicken begleitet nur für uns deutbar vaters tochter zion jauche dich als versprecher unterm christbaum war ein höhepunkt auf jedem erinnerungsgipfel .

uschis kommentar zum sechsten gebot im ersten beichtkasten wurde vom freundlichen pfarrer den eltern  mitgeteilt  wenn´s mi beisst dann kratz i mi - uschi in nuce .

wir haben uns viel nicht gesehen oft nicht vermisst auf eigenen wegen gratuliert zu erfolgen die eltern in der villa laurin in bozen sammelten die trophäen der töchter .

die kranke mutter bringt uns wieder näher zusammen und auseinander und uschis krankheit überlagert plötzlich alles ihr kampf ihr lebenswille ihr schreiben ihre überlebensstiftung mamazone ihr umsichschlagen um noch viel leben zu erleben und immer wieder ein buch .

meine millionen stammzellen gegen ihre leukämie halfen übergangsweise nun in eine zweite transplantation dann sagte ihr körper basta tilt schluss mit mir nicht mehr .


uschis malen in der psycho-onko-stunde
(c)privat 


kämpfen kann auch den kämpfer zerstören .
helfen kann auch den helfer zerstören .

die uhr läuft ab und du liegst im testamentarisch gewünschten zirbenholzsarg der so gut nach daheim duftet und der wein zum leichenschmaus ist ein lagrein aus südtirol .

pfiati 
ba baa wie schreibt man diesen weichen klang bloss liebe uschi .



Ursula Goldmann-Posch  vor ein paar Jahren
 Gegangen am 4.6.2016
(c)privat 


Herz im Wald, am Ritten, Sigmund-Freud-Weg


text und fotos (c)krista posch



Nachruf der mamazone-Stiftung:

Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren. (B. Brecht)

Am Morgen des 4. Juni 2016 starb Ursula Goldmann-Posch mit nur 67 Jahren an den Folgen einer therapieassoziierten akuten myeloischen Leukämie. So, wie sie 17 Jahre lang für eine bessere Brustkrebs-Nachsorge kämpfte und Frauen durch Wissen über ihre Krankheit vom „Opfer“ zur Regisseurin ihres eigenen Behandlungsverlaufs machen wollte, hat sie auch um ihre eigene Gesundheit gekämpft - bis ihr Körper dem aggressiven Fortschreiten der Erkrankung nicht mehr standhalten konnte.
1999 gründete sie, die Medizinjournalistin und Buchautorin, gemeinsam mit anderen an Brustkrebs erkrankten Frauen die Selbsthilfegruppe mamazone - Frauen und Forschung gegen Brustkrebs e.V., nachdem sie drei Jahre zuvor selbst an Brustkrebs erkrankt war und sich schlecht behandelt und unzureichend aufgeklärt fühlte. Mit mamazone wollte sie eine Brücke schlagen zwischen den Patientinnen einerseits und Medizin und Forschung andererseits. Erlebte und erlernte Kompetenz sollten sich zu einer gemeinsamen Kraft gegen Brustkrebs zusammenschließen.
Von Beginn an sprühte sie vor kreativen Ideen, ihrer Zeit immer ein bisschen voraus und ließ sich von keinen Stolpersteinen aufhalten. Mit beinah übermenschlichem Engagement machte sie in den darauffolgenden 17 Jahren mamazone zu dem, was der Verein heute ist: mit rund 2000 Mitgliedern die größte Brustkrebsselbsthilfegruppe in Deutschland, die den betroffenen Frauen bundesweit Hilfestellung bei der Bewältigung ihrer Krankheit gibt und Forderungen an Politik und Wissenschaft formuliert, um ein längeres und besseres (Über-)Leben für Brustkrebspatientinnen zu erreichen.
Viele Projekte nahmen auf ihre Initiative hin Gestalt an, allen voran das Flaggschiff „Projekt Diplompatientin®“, in dem schon ein Jahr nach der Gründung der Kerngedanke von mamazone konkret wurde: ein Wissenschaftskongress für Patientinnen, der alljährlich über Neuigkeiten rund um die Krankheit, Forschung und Therapie informiert.
Es folgten Aktionen wie das mamazone-mobil, das Brustkrebswissen in die entlegensten Winkel Deutschlands bringt, oder das Projekt „La Mamma“, in dem Pflegepersonal speziell für die Pflege von Brustkrebspatientinnen geschult wird. Auch das mamazone Magazin „mamazoneMAG“, das zweimal jährlich erscheint, oder die „Mutmachmärchen“-CDs, gelesen von bekannten Frauen, die Patientinnen neue Zuversicht geben – all das  sollte und soll erkrankten Frauen bei ihrer Heilung helfen.
Zur fachlichen Unterstützung der Beratung der mamazone-Mitglieder gewann sie schon vor Jahren 30 ÄrztInnen und WissenschaftlerInnen der Brustkrebsmedizin als wissenschaftlichen Beirat, weil ihr Kompetenz und Professionalität Zeit ihres Lebens wichtige Eigenschaften waren.
Zudem gründete sie zwei Stiftungen:
  • „PATH – „Patients’ Tumorbank of Hope“. Dies ist die weltweit einzige und einzigartige Tumorgewebebank von Frauen mit Brustkrebs für Frauen mit Brustkrebs (http://www.mamazone.de/projekte/path).
  • Die zweite Stiftung „PONS-S – Patienten Orientierte Nachsorge Stiftung“ besteht aus 42 Wissenschaftlern, die sich für eine bessere Brustkrebs-Nachsorge einsetzen, damit die veraltete Datenlage zur Nachsorge von Frauen mit Brustkrebs auf der Grundlage moderner Erkenntnisse endlich aktualisiert werden kann. (www.pons-stiftung.org).
All die Jahre hat sich Ursula Goldmann-Posch mit unermüdlichem Einsatz, enormem Fachwissen, kreativen Ideen und bewundernswertem Durchhaltevermögen dafür eingesetzt, den betroffenen Frauen wieder Mut und Selbstvertrauen zu geben. 
Auch wenn sie sich in den letzten zwei Jahren aus dem aktiven mamazone Leben notgedrungen zurückziehen musste, war sie doch bis zum Schluss an allen Vorgängen höchst interessiert. Noch vor vier Wochen wollte sie die Fahnen des neuen mamazoneMAG sehen und hatte sofort wieder einen Vorschlag, welche hoffnungsvollen Forschungsergebnisse bei der Brustkrebs-Bekämpfung im nächsten Magazin vorgestellt werden sollten. mamazone war ihr Lebenswerk, das sie ins Zentrum ihrer Existenz gestellt und für das sie nicht selten bis zur Erschöpfung gearbeitet hat.
„Ich bin keine Forscherin“, sagte sie vor einiger Zeit „aber ich verstehe mich als ‚Überlebenswissenschaftlerin‘, deren Arbeit immer das Wohl der betroffenen Frauen zum Ziel hat.“
Dieses Ziel weiter zu verfolgen ist jetzt unsere Aufgabe, damit die Diagnose Brustkrebs vielleicht irgendwann ihren Schrecken verliert. Wir, der Vorstand und die Mitglieder von mamazone, sind tief betroffen von ihrem Tod und werden eine so beeindruckende wie liebenswerte Frau, die uns mit ihrer unverwechselbaren Art inspiriert und unser Leben auf so vielfältige Weise bereichert hat, vermissen. 

„Man sieht die Sonne langsam untergehen und erschrickt doch, wenn es plötzlich dunkel ist.“ Franz Kafka



Samstag, 21. Mai 2016

ÖSTERREICH



.....

Ich mag Österreich . 
Seit meiner Kindheit ist es mir vertraut . Vom Durchfahren . Vom Dasein . Vom Schauspielstudium . Vom Drehen . Vom Theaterspielen . 
Mein Sohn und seine Familie leben da . Freunde . Echte und virtuelle . Meine Großväter waren Österreicher . Einer davon war Wiener.

Tirol ist schön . Die Steiermark . Wien nur du allein . Innsbruck ich muss dich lassen . 


"In der EU gibt es am Sonntag vielleicht ein Land mit einem rechtspopulistischen Präsidenten - und in vier Wochen ein Land, das nicht mehr dazugehören will. Österreicher und Briten haben jetzt einen anspruchsvollen Job..." (Nico Fried in der SZ 21.5.16)


Ich mag die Menschen in Österreich . Auch die Zwideren . Ihren schwarzen Humor . Ihre hemmungslose Grantigkeit . Ihre Lieder.
Ihren Slang . Ihre Phantasie . Ihre Kabarettisten . Die bekommen immer genügend Futter.
Ein zwiderer , melancholischer Österreicher ist mir vertraut und bringt mich zum Lachen . Ein Deutscher gleicher Couleur ist mir oft... sorry, zuwider. Österreicher haben unübersetzbare Wörter. Sie haben Charme . Sie sind falsch. Sie sind musikalisch. Sie sind  gschamster Diener freundlich - und halten ´s Messer hinterm Rücken. Sie spielen immer eine Rolle. Sie rauchen immer noch in Beiseln und Hinterstuben . Sie singen, dass es eine Freud ist .


"In der EU gibt es am Sonntag vielleicht ein Land mit einem rechtspopulistischen Präsidenten ...Österreicher haben jetzt einen anspruchsvollen Job..."

 Sie lassen sich überholen und überholen dann selbst. Sie machen gutes und auch langweiliges Theater . Sie sind so begabt . Sie drehen hinreissend böse und komische Filme . Sie trauen sich auf allen Gebieten ´was.. ob es einem gefällt oder nicht . 

JA, SIE GETRAUEN SICH WAS . 

Sie sollen das bitte alles weiterhin tun. Sie sollen weiterhin offen und mutig und kühn sein dürfen . Sie sollen kraft ihrer Wahl-Entscheidung weiterhin ein Land sein, durch das ich so gerne fahre, wie andere auch . In dem ich so gerne bleibe, wie andere auch . 
Ein Land, das nicht in Dummheit und Enge und Furcht erstarrt. 



"Die Geschichte lehrt andauernd . Sie findet nur keine Schüler"
(Ingeborg Bachmann)


...

Wenn nur noch Gehorsam gefragt ist und nicht mehr Charakter, dann geht die Wahrheit und die Lüge kommt .
(Ödön von Horváth)


...



"Ach", sagte die Maus,"die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, daß ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, daß ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, daß ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe."
"Du mußt nur die Laufrichtung ändern", sagte die Katze und fraß sie.

(Franz Kafka)

...

Jede Rohheit hat ihren Ursprung in einer Schwäche.
(Seneca) 


....



Foto und Text (c)Krista Posch


....

WIKIPEDIA : 
Obwohl man von einem – wie auch immer gearteten – „Österreich“ als eigenständiges Herzogtum ab 1156, und selbst als rein territoriale Einheit frühestens mit der Entwicklung der zu Baiern gehörenden Mark Ostarrîchi im späten 10. Jahrhundert sprechen kann, so entstand dieses Gebilde doch nicht in einem kulturfreien Raum, sondern einer Region mit langer und ungebrochener Tradition, deren Überlieferung und Überreste als Kulturerbe Österreichs zu seiner kulturellen Identität gehört.
Zwar entstand dieses Ostarrîchi selbst in einem Niemandsland des fränkischen Reiches gegenüber dem besiegten Reich der Awaren, die kaum Spuren hinterlassen haben. Die fränkische Besiedlung in Österreich traf auf eine romanisierte Bevölkerung, die Ortsnamenkunde belegt das, auch der heilige Rupert, der 696 in Salzburg mit der Missionierung der Südgrenze Austriens beginnt, fand keineswegs von der Völkerwanderung verheertes Land vor, sondern romanisierte Christen. Der Südosten Österreichs aber gründet sich darüber hinaus in der Tradition eines slawischen Reiches Karantanien, und geht noch viele Jahrhunderte einen eigenen Weg, der bis heute zu spüren ist. Auch hier lassen sich Kontakte zu romanisierten Vorbewohnern vermuten.
















Donnerstag, 5. Mai 2016

Ludwig van Beethoven - Musik als Heilung



So frisch verzweifelt jubilierend in Tod und Trauer versinkend zu den Sternen hoch und zum Heurigen herunter... 

Ein Miteinander Sein und kommunizieren und fast physisches Lieben vermittelte dieses Quartett mit Beethoven und Schubert !




Beim Zuhören und überschwemmt werden vom dritten Satz hab ich alles weitergesandt an meine Schwester und eine Bekannte, die sich beide gerade in verschiedenen Uni-Kliniken befinden ...

Streichquartett Nr.15 in a-moll von Beethoven

Der dritte Satz  lautet : 
Heiliger Dankgesang eines Genesenen an die Gottheit, in der lydischen Tonart, 
Molto Adagio  

"....eines Genesenen" , schreibt Beethoven ... 
Er hat wohl auf natürliche Weise etwas gewusst vom Quantenfeld... und eine Heilung als Fakt gesetzt ...

Das habe ich in Gedanken an die beiden Frauen auch so gemacht .

                                           


Kam beglückt nach Hause . In der Allerheiligen Hofkirche , einem magischen Raum , spielte lebte tobte streichelte schluchzte schrie seufzte riss perlte das ARCANTO - Quartett verstärkt durch den Cellisten Maximilian Hornung 


Das Quartett :

Antje Weithaas, Violine
Daniel Sepec, Violine
Tabea Zimmermann, Viola
Jean-Guihen Queyras, Cello


Wer mal die Möglichkeit hat, die Vier zu erleben :
hingehen
hören
schauen
staunen 
glücklich sein


nach dem Konzert

PS ... Schade, und letztlich "dumm", dass der Konzertbetrieb so hochgeputscht und gehypet ist... und die Folge: man sitzt im Publikum hauptsächlich unter alten Menschen - von oben blickt man auf einen Silbersee - und solche und ähnliche Ereignisse gehen somit am jungen Publikum meist vorbei... qua Höhe der Eintrittspreise ... 



Fotos und Text (c) Krista Posch


aus Wikipedia :

Der dritte Satz wurde von Beethoven mit dem Zusatz „Heiliger Dankgesang eines Genesenen an die Gottheit, in der lydischen Tonart“ versehen, der indirekt darauf verweist, dass er zur Zeit der Komposition selbst an einer schweren Krankheit litt und seine Arbeit 1825 gar für mehrere Wochen unterbrechen musste. Nach Auskurierung seiner Krankheit komponierte Beethoven für seinen Arzt, Prof. Braunhofer, einen Kanon: „Doktor sperrt das Thor dem Todt, Note hilft auch aus der Not“ (WoO 189).[17] Die Dankbarkeit über seine Genesung, die Beethoven in dem Kanon noch scherzhaft ausgedrückt hatte, fand nun auf ernsthafte Weise Eingang in das a-Moll-Quartett.

Die den Satz bestimmenden choralartigen Sequenzen (deren Eindruck durch Einsatz der lydischen Kirchentonart verstärkt wird), werden immer wieder von energischen Passagen, die Beethoven selbst mit dem Vermerk „Neue Kraft fühlend“ versehen hat, unterbrochen. Zum Schluss wird das Anfangsthema erneut, jedoch diesmal, wie von Beethoven vermerkt „mit innigster Empfindung“ vorgetragen, und die Musik klingt im Pianissimo aus.
Die Entscheidung, in diesem Satz eine etwas ungewöhnliche Tonart zu verwenden, lag in Beethovens damaligen Interesse am Schaffen des italienischen Komponisten Giovanni Pierluigi da Palestrina begründet, die von Raphael Georg Kiesewetters historischen Hauskonzerten in Wien gefördert wurde.[18] Ein allgemein wieder erwachendes Interesse an dem „Palaestrina-Stil“ war bereits von Wilhelm Heinrich Wackenroder (ab 1797) und E. T. A. Hoffmann (ab 1814) begründet worden.
Es wurde vermutet, Beethoven hätte in dem Satz eine Melodie von Palestrina verwendet; Skizzen weisen diese jedoch als eine Erfindung Beethovens aus.[19] Bereits 1818 hatte Beethoven eine Sinfonie als „frommer Gesang in einer Sinfonie in den alten Tonarten“[20] geplant, aber nicht umgesetzt. Neffe Karl konnte Beethoven nicht nur mitteilen, »daß viele Stellen mit Ausrufungen begleitet wurden, und beym Weggehn sprachen die Leute von der Schönheit des neuen Quartetts. Schuppanzigh will sie deßwegen über 14 Tage wieder geben«, sondern auch, dass „Man bewunderte, wie viel Du mit den wenigen Tönen gemacht hast, die Dir in der lydischen Tonart verstattet waren“[21].


6.Mai 2016

Heute in der Süddeutschen schreibt H.Eggebrecht über den Abend :

"....Beethovens rätselvolles a-Moll-Quartett entwickelten die vier aus der unendlichen Vielfalt der Piano-Pianissimo-Region, dabei tonliche Brüchigkeit und Herbheit bewusst nicht scheuend. Geradezu aufeinander lauernd, nie hastend, immer geduldig und wach realisierten sie die namenlose Weite dieses Beethovenschen Kosmos, gipfelnd im wunderbar artikulierten Dankgesang.
Auch Schuberts Quintett ist ein Spätwerk, aber das eines jungen Mannes, auch wenn dem Tode nahe. Daher braust es mit ungeheurer Energie auf, dehnt sich aus, verwandelt Melodie in Schmerzlichkeit, Trauer in lebendigste Rhythmik, Schwermut in Schönheit. All das konnte man erleben in einer Aufführung, in der der symphonische Geist und die Phantasie von fünf großartigen Solisten Schuberts Musik in hell strahlendem Glanz aufleuchten ließen, so dass die Lebenswucht und Klangmacht dieses immer mirakulösen Stücks jeden packte. "






Dienstag, 26. April 2016

MAMI ... Todesfest







Um diese Uhrzeit war alles vorbei 
vor drei Jahren
heute
wurde sie beerdigt
in ein Grab nicht hineinversenkt
da es durchs Ausheben 
eingebrochen war
ausgewaschener Boden am Bozner Friedhof
der Trauerzug endete weit vor dem Loch
um welches die Kränze und Buketts lagen
mit vorwurfsvoll duldendem Blick
ich nahm das Mikrophon aus der irritierten Hand des Priesters
"Ende der Vorstellung"
heiter näherten sich alle der ungeordneten Grube

E adesso dove mi metto 
auf italienisch wird sie gesagt haben
zur ukrainischen Badante 
die sie nur so verstehen konnte

Lily
musste noch eine Nacht in der Kühlkammer ruhen
sie fror doch immer so
Der Leichenschmaus bei Hanni in Bozen-Dorf vereinigte
Freunde und Verwandte aus überall her 
bei frischem Spargel die Erdbeeren wurden bereits in fortgeschrittener guter Laune 
verzehrt 
durch  Südtiroler Weissweine beflügelt 
auch der Geburtstag meiner Schwester
an diesem Todesfest 




Leichtfüßig Mami
keine wunden Diabetiker-Stumpen mehr
bist du jetzt sonstwo Mami
aufgelöst frei Mami
ein Wind Mami
ohne deine ewigen uralt eingebrannten Ängste
schön jung rassig
so erinnere ich dich aus Kindertagen
lachend 





Worte, Photos (c)Krista Posch


Freitag, 8. April 2016

Berlin - mal wieder , LONDON SPY , Charlotte Rampling, Synchron

8.4.16

Die weißblonde Stewardess sah so luftig  aus, wie es  ihr Name auf dem Schildchen verhieß : K. LUFT . Auf meine Frage ob das ihr Künstlername sei lief sie rosig an, wurde etwas undurchsichtiger und schwor, es sei ihr irdischer Achtname 😊

Der Herr neben mir buchte vor dem Flug noch mobil schnell sein Hotel und gab lauthals seine Daten und CC Nummer durch . Ich weiß jetzt alles von Dir, Herr Dragomir ...

Vor mir auf 21D ein sehr fröhlicher Junge, für den Fliegen noch NATÜRLICHERWEISE ein ABENTEUER war ... Er pfiff und trällerte zwischendurch und seine Mutter konnte ihn nur mit Mühe davon abhalten, die Schwimmweste zu inspizieren ..

Der tiefgekühlte Rührkuchen - Snack beruhigte nicht bei den Turbulenzen, lenkte aber etwas ab , bevor der Vogel honigsanft in Tegel aufsetzte ... Ja, Tegel ist noch immer da ! Möchte mich auch nicht mehr umgewöhnen ... Ok ?

Heller Frühlingshimmel über Berlin .. 15grad

   
....

Der von kindlicher Vitalität vibrierende polnische Fahrer den man mir bis Sonntag an die Seite stellt, damit ich auch pünktlich im dunklen Studio lande, begrüßt mich mit einem Schwall Italienisch . Er habe im Internet gelesen, ich spräche auch italienisch . Seine Lieblingssprache ! Im Wagen dreht er die Klaviermusik im Radio lauter, dann sagt er auf deutsch  : "Chopin ... Schön... Aber traurig ... Er war in Paris und hatte soviel Heimland-weh ... So gelitten ... Aber sonst hätte er vielleicht gar nicht so schöne Musik schreiben können ... Aber trotzdem, die Menschheit soll nicht leiden..."
HEIMLANDWEH ! Welch berührendes Wort von Bogdan über Frederic ...

....


Das Café EINSTEIN , Kurfürstenstraße .

                                        

Mein liebstes Resto in Berlin . Österreichisches Flair , der Akzent des Obers genau wie der der Crew-Chefin beim heutigen Flug . Ich hätte mich nicht gewundert, wenn wir eigentlich in Wien Schwechat gelandet wären... ( das Schreibprogramm mag das Wort Schwechat erst nach viel Übung ... ) Dann hätte Charlotte Rampling   in "London Spy" morgen vergeblich auf mich gewartet ... 


In den Synchronstudios von Wenzel Lüdecke leihe ich dieser wunderbaren Schauspielerin wieder meine Stimme..

Am NebenTisch im Einstein besprechen junge Männer heftig einen Film, ein Drehbuch ... Verlassener Lover im Bild 18 , ja oder nein ? Es steht 2:3 ! Wo ist die entscheidende Meinung der FRAU ! Elke soll im Auto hinten sitzen , John ist dagegen !!
Hui, gleich mische ich mich ein ! Na, vielleicht sitzen sie ja morgen Abend auch noch da...


Heimspurt durch die frische Frühlingsnacht . Das Jugendstil Hotel in der Nürnbergerstrasse wartet auf mich, die Kacheln haben die gleichen Farbtöne wie mein Pulli, zu freundlich.. Die Nacht auch ..


 
     




 Text und Photos : (c)Krista Posch











Mittwoch, 3. Februar 2016

Tätigkeiten . #Rilke . #Horváth .


Ich liebe an diesen Arbeiten die Intimität . Das VORLESEN, GESCHICHTEN ERZÄHLEN... wir haben das so tief in uns, dass etwas geweckt wird, das wir kennen und in das wir uns hineinbegeben und das uns auf einer bestimmten Ebene vertraut ist, schon bevor wir es hören .... 




In letzter Zeit sind zwei "Lesungen" entstanden. Sie waren eigentlich schon da, ich hab sie nur "ergriffen".. Meist ist das so, wenn ich selbst ein Programm zusammenstelle. Danach greifen einfach. Es ist alles da. Und dann geht die Entdeckungsreise los, das Schürfen, Erkennen, Verlieben, Wiedererkennen, Verwerfen, Verzweifeln, Verlieben, Assoziieren, Kümmern, Singen... Reihenfolge variabel.. 


Der HORVÁTH ist mit meinem >>"THEATER AM TISCH" und zusammen mit dem Komponisten und Pianisten Peter Ludwig und mir schon ab und zu auf Reisen durch kleine Theater, wo er letztlich hingehört, und durch schöne alte Räume .

Man kann den Abend buchen über eine Nachricht an ole.schultheis at t-online.de oder  info at krista-posch.de    >>Termine  






und nun 

R I L K E

 mystisch . intim . spannend .



Ich habe lange in vielen seiner Werke gewühlt und intuitiv ist eine Auswahl entstanden zwischen Bekanntem und kaum Bekannten, zwischen Hellem und Dunkeln, Leichtem und Mysteriösen ... Der Panther wird auf die Venus treffen, Eurydike auf den Schauenden, Orpheus auf Gottes Hand, Nachtmenschen auf Engel, Rilke auf eine junge Frau, und wenn der Sommer sehr groß war, wird auch Alkestis sich ausruhen dürfen..



Rainer Maria Rilke , geboren 1875, gestorben 1926. Er hat so viel geschrieben und wird immer wieder gelesen gesprochen versprochen benutzt verkitscht vertont . Jeder "kennt" Rilke ... und kennt ihn nicht. Er ist Poet, Lyriker, Erzähler, Dichter, Liebender, Seher und vieles mehr... für jeden wohl etwas anderes...


Jetzt also wird es ein RILKE-Programm auch von mir geben. 

Die Entdeckungsreise ist nicht abgeschlossen noch.


R I L K E . 

mystisch . intim . spannend . 

KRISTA POSCH, Stimme
MARIA REITER, Akkordeon


Probe bei Maria


Mit Maria Reiter habe ich schon zwei Mal sehr gerne, intensiv und erfolgreich zusammengearbeitet : Einmal in unserem literarisch-musikalischen Duo-Programm (HIMMELS)MACHT LIEBE ! ( >Presse ) und dann in meinem Chansonprogramm EROGENE ZONE, mit vierköpfiger Band (>Presse ) 
www.mariareiter.de 

Man kann uns auch mit Rilke buchen über eine Nachricht an    
ole.schultheis at t-online.de oder an    info at krista-posch.de .




Zwei bemerkenswerte  Bücher für Rilke-Interessierte : 

Fritz J. Raddatz  RAINER MARIA RILKE  Überzähliges Dasein . Eine Biographie . rororo

Gunna Wendt Lou Andreas Salomé und Rilke - Eine Amor fou   Insel-Taschenbuch



Rilke um 1900 ... was für ein verletzliches Gesicht ... und er hatte viel Witz auch !