Dienstag, 9. August 2016

BLUMEN . Nahaufnahmen .


Ich habe habe ein paar Blumen für dich nicht gepflückt, um dir ihr Leben mitzubringen.

Christian Morgenstern
(1871 - 1914), deutscher Schriftsteller, Dramaturg, Journalist und Übersetzer


Lavendel-Art 

BLUMEN 
Sie waren für mich immer etwas selbstverständliches . Einfach da. In großen Mengen auf Bergwiesen am liebsten . In Bauerngärten  . Die materialisierte Seele der Erde . 
Bunt .duftend . da . 

keine Ahnung, aber gelb und hübsch 


Als Kind pflückte ich sie und brachte sie in verschwitzten Händen nach Hause . Im Wasserglas Vergissmeinnicht, die sich erstaunlich rasch wieder aufstellten und zu vergessen schienen, dass sie nicht mehr bei ihresgleichen waren . 
Seit ich fotografiere, mit dem iPhone, habe ich wieder einen neuen Blick auf diese bunten Wesen ... Und mit der Makro Linse krieche ich fast in sie hinein ... 


rote Mohnblüte
    
Sehe, dass sie Vorbilder und Muster sind für Materialien, die wir mühsam herstellen , für Seidenpapiere , Krepppapier , für Hüte und Helme .... 


gelbe Mohnblüte



...Spannend, dass wir einige ihrer Formen IN unserem Körper haben ... 
Dass Blumen mit uns verwandt sind .. Fleischig , sinnlich , stark , nicht lieblich ...
Die Natur ist recht einfach im Grunde, aber überschwänglich in der Ausarbeitung dieser Einfachheit .

lila Löwenmaul



blaues Löwenmaul

Die Kraft, in die wir Zweibeiner uns verwandelt haben in das was wir sind, sieht bei ihnen weit poetischer aus ...
sie SIND einfach, je nach Standort stehen sie anders da , färben sich verlockend (in unseren Augen) ... wehren sich oder nehmen an und auf , alles um sich selbst zu erhalten , ko-existieren friedlich oder auch nicht  ...



einfache Wiesenkleeblüte


Der Schmetterling ist selbstverständlich ER .... SIE muss warten ..... ;-) 

kleine Schafgarbe 

(1749 - 1832), deutscher Dichter der Klassik, Naturwissenschaftler und Staatsmann

Auch er schrieb schon mal fürs Poesie-Album ...






Im Dunstkreis dieses Kirchleins von Oberrhein in Südtirol  stehen und wachsen immer wieder die von mir porträtierten Blumen ....



9.8.2016 alle Bilder und Text (c)Krista Posch 

Durch KLICK aufs Bild wird es vergrößert




Dienstag, 2. August 2016

NEBEL - UND WALDGEISTER ..





Nebelgeistlein ... 


Wald im Nebel auf 1650m Höhe ... ein Genuss .
Hörbare Stille , ausser wenn ein Pilz oder ein Eierschwammerl gesichtet wird .
Oder ein gut camouflierter Frosch ... Kröte?
Man muss schon zweimal hinschauen... Kinder sehen so jemanden gleich ...


na...?






Neugier, Suchen, Finden.
Regen ist gut Wetter.


  

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Nebel ... natürlicher Weichzeichner und Schalldämpfer ...



.... aus einem Film noir ... 
Oberradein in #südtirol, der Weg zum Zirmerhof 
Das schönste Berghotel, das ich kenne . Es lässt den Ort, an dem es steht, das sein, was er ist ...
Der Fünfjährige sagte zu mir : "Ich wünschte, ich würde hier wohnen ." (wörtlich 😊 ..)



Nebelschwaden am Abend ... nie ist die Sonne präsenter ...



 Gantkofel vor dem Gewitter ...




...es reisst wieder auf und Kitsch überflutet mich... ...aha... Kitsch? 

Natur IST Kitsch ... ich liebe das.


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 WENN MAN JEDEN SEINER SCHRITTE ALS PERFEKT BETRACHTET, DANN BRAUCHT MAN KEIN ZIEL...
Erkenntnis unterwegs ...


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Auf die Photos klicken zum vergrößerten Betrachten .
Text und Photos ©️KRISTA POSCH




















Samstag, 16. Juli 2016

TRAILER in Bild und Ton


Mein THEATER AM TISCH mit 
GLAUBE LIEBE HOFFNUNG von Ödön v. Horváth 
hat nun einen 3 Minuten - Trailer 
(rechts unten im Video Vollbild einschalten)




Eine kurzer Ausschnitt aus dem letzten Bild ...
Für alle, die das Programm schon gesehen haben, zur Erinnerung
und für alle anderen Fans dieses starken Stückes 
und von mir als Schauspielerin und Erzählerin... 
als amuse-gueule und zum Weitersagen

nächste Termine im Frühjahr 2017
Gauting, München, 30.März, 20.00Uhr : Bosco-Theater
München : Gasteig, Blackbox,19.30Uhr am 6.April   

....erst ganz zum Schluss WEHRT sich Elisabeth auch mal richtig .... 



Buchen oder anfragen kann man über die Agentur Ole Schultheis: 
mail an ole.schultheis at t-online.de 
oder auch  
info at krista-posch.de 

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Der Ausschnitt stammt aus einer Vorstellung in der CARAMBOLAGE in Bozen, Dezember 2015 











Montag, 6. Juni 2016

SCHWESTERN



Uschi und Krista in grado
Uschi ist tot 


wir haben uns beschützt geprügelt geliebt gebissen gestritten wir waren pech und schwefel und himmel und hölle tiroler lieder zweistimmig haben wir gesungen am liebsten büabele liabele und auch gern wann auch immer kloanes kindl großer gott ob es passte oder nicht die stellen die bestimmten waren von blicken begleitet nur für uns deutbar vaters tochter zion jauche dich als versprecher unterm christbaum war ein höhepunkt auf jedem erinnerungsgipfel .

uschis kommentar zum sechsten gebot im ersten beichtkasten wurde vom freundlichen pfarrer den eltern  mitgeteilt  wenn´s mi beisst dann kratz i mi - uschi in nuce .

wir haben uns viel nicht gesehen oft nicht vermisst auf eigenen wegen gratuliert zu erfolgen die eltern in der villa laurin in bozen sammelten die trophäen der töchter .

die kranke mutter bringt uns wieder näher zusammen und auseinander und uschis krankheit überlagert plötzlich alles ihr kampf ihr lebenswille ihr schreiben ihre überlebensstiftung mamazone ihr umsichschlagen um noch viel leben zu erleben und immer wieder ein buch .

meine millionen stammzellen gegen ihre leukämie halfen übergangsweise nun in eine zweite transplantation dann sagte ihr körper basta tilt schluss mit mir nicht mehr .


uschis malen in der psycho-onko-stunde
(c)privat 


kämpfen kann auch den kämpfer zerstören .
helfen kann auch den helfer zerstören .

die uhr läuft ab und du liegst im testamentarisch gewünschten zirbenholzsarg der so gut nach daheim duftet und der wein zum leichenschmaus ist ein lagrein aus südtirol .

pfiati 
ba baa wie schreibt man diesen weichen klang bloss liebe uschi .



Ursula Goldmann-Posch  vor ein paar Jahren
 Gegangen am 4.6.2016
(c)privat 


Herz im Wald, am Ritten, Sigmund-Freud-Weg


text und fotos (c)krista posch



Nachruf der mamazone-Stiftung:

Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren. (B. Brecht)

Am Morgen des 4. Juni 2016 starb Ursula Goldmann-Posch mit nur 67 Jahren an den Folgen einer therapieassoziierten akuten myeloischen Leukämie. So, wie sie 17 Jahre lang für eine bessere Brustkrebs-Nachsorge kämpfte und Frauen durch Wissen über ihre Krankheit vom „Opfer“ zur Regisseurin ihres eigenen Behandlungsverlaufs machen wollte, hat sie auch um ihre eigene Gesundheit gekämpft - bis ihr Körper dem aggressiven Fortschreiten der Erkrankung nicht mehr standhalten konnte.
1999 gründete sie, die Medizinjournalistin und Buchautorin, gemeinsam mit anderen an Brustkrebs erkrankten Frauen die Selbsthilfegruppe mamazone - Frauen und Forschung gegen Brustkrebs e.V., nachdem sie drei Jahre zuvor selbst an Brustkrebs erkrankt war und sich schlecht behandelt und unzureichend aufgeklärt fühlte. Mit mamazone wollte sie eine Brücke schlagen zwischen den Patientinnen einerseits und Medizin und Forschung andererseits. Erlebte und erlernte Kompetenz sollten sich zu einer gemeinsamen Kraft gegen Brustkrebs zusammenschließen.
Von Beginn an sprühte sie vor kreativen Ideen, ihrer Zeit immer ein bisschen voraus und ließ sich von keinen Stolpersteinen aufhalten. Mit beinah übermenschlichem Engagement machte sie in den darauffolgenden 17 Jahren mamazone zu dem, was der Verein heute ist: mit rund 2000 Mitgliedern die größte Brustkrebsselbsthilfegruppe in Deutschland, die den betroffenen Frauen bundesweit Hilfestellung bei der Bewältigung ihrer Krankheit gibt und Forderungen an Politik und Wissenschaft formuliert, um ein längeres und besseres (Über-)Leben für Brustkrebspatientinnen zu erreichen.
Viele Projekte nahmen auf ihre Initiative hin Gestalt an, allen voran das Flaggschiff „Projekt Diplompatientin®“, in dem schon ein Jahr nach der Gründung der Kerngedanke von mamazone konkret wurde: ein Wissenschaftskongress für Patientinnen, der alljährlich über Neuigkeiten rund um die Krankheit, Forschung und Therapie informiert.
Es folgten Aktionen wie das mamazone-mobil, das Brustkrebswissen in die entlegensten Winkel Deutschlands bringt, oder das Projekt „La Mamma“, in dem Pflegepersonal speziell für die Pflege von Brustkrebspatientinnen geschult wird. Auch das mamazone Magazin „mamazoneMAG“, das zweimal jährlich erscheint, oder die „Mutmachmärchen“-CDs, gelesen von bekannten Frauen, die Patientinnen neue Zuversicht geben – all das  sollte und soll erkrankten Frauen bei ihrer Heilung helfen.
Zur fachlichen Unterstützung der Beratung der mamazone-Mitglieder gewann sie schon vor Jahren 30 ÄrztInnen und WissenschaftlerInnen der Brustkrebsmedizin als wissenschaftlichen Beirat, weil ihr Kompetenz und Professionalität Zeit ihres Lebens wichtige Eigenschaften waren.
Zudem gründete sie zwei Stiftungen:
  • „PATH – „Patients’ Tumorbank of Hope“. Dies ist die weltweit einzige und einzigartige Tumorgewebebank von Frauen mit Brustkrebs für Frauen mit Brustkrebs (http://www.mamazone.de/projekte/path).
  • Die zweite Stiftung „PONS-S – Patienten Orientierte Nachsorge Stiftung“ besteht aus 42 Wissenschaftlern, die sich für eine bessere Brustkrebs-Nachsorge einsetzen, damit die veraltete Datenlage zur Nachsorge von Frauen mit Brustkrebs auf der Grundlage moderner Erkenntnisse endlich aktualisiert werden kann. (www.pons-stiftung.org).
All die Jahre hat sich Ursula Goldmann-Posch mit unermüdlichem Einsatz, enormem Fachwissen, kreativen Ideen und bewundernswertem Durchhaltevermögen dafür eingesetzt, den betroffenen Frauen wieder Mut und Selbstvertrauen zu geben. 
Auch wenn sie sich in den letzten zwei Jahren aus dem aktiven mamazone Leben notgedrungen zurückziehen musste, war sie doch bis zum Schluss an allen Vorgängen höchst interessiert. Noch vor vier Wochen wollte sie die Fahnen des neuen mamazoneMAG sehen und hatte sofort wieder einen Vorschlag, welche hoffnungsvollen Forschungsergebnisse bei der Brustkrebs-Bekämpfung im nächsten Magazin vorgestellt werden sollten. mamazone war ihr Lebenswerk, das sie ins Zentrum ihrer Existenz gestellt und für das sie nicht selten bis zur Erschöpfung gearbeitet hat.
„Ich bin keine Forscherin“, sagte sie vor einiger Zeit „aber ich verstehe mich als ‚Überlebenswissenschaftlerin‘, deren Arbeit immer das Wohl der betroffenen Frauen zum Ziel hat.“
Dieses Ziel weiter zu verfolgen ist jetzt unsere Aufgabe, damit die Diagnose Brustkrebs vielleicht irgendwann ihren Schrecken verliert. Wir, der Vorstand und die Mitglieder von mamazone, sind tief betroffen von ihrem Tod und werden eine so beeindruckende wie liebenswerte Frau, die uns mit ihrer unverwechselbaren Art inspiriert und unser Leben auf so vielfältige Weise bereichert hat, vermissen. 

„Man sieht die Sonne langsam untergehen und erschrickt doch, wenn es plötzlich dunkel ist.“ Franz Kafka



Samstag, 21. Mai 2016

ÖSTERREICH



.....

Ich mag Österreich . 
Seit meiner Kindheit ist es mir vertraut . Vom Durchfahren . Vom Dasein . Vom Schauspielstudium . Vom Drehen . Vom Theaterspielen . 
Mein Sohn und seine Familie leben da . Freunde . Echte und virtuelle . Meine Großväter waren Österreicher . Einer davon war Wiener.

Tirol ist schön . Die Steiermark . Wien nur du allein . Innsbruck ich muss dich lassen . 


"In der EU gibt es am Sonntag vielleicht ein Land mit einem rechtspopulistischen Präsidenten - und in vier Wochen ein Land, das nicht mehr dazugehören will. Österreicher und Briten haben jetzt einen anspruchsvollen Job..." (Nico Fried in der SZ 21.5.16)


Ich mag die Menschen in Österreich . Auch die Zwideren . Ihren schwarzen Humor . Ihre hemmungslose Grantigkeit . Ihre Lieder.
Ihren Slang . Ihre Phantasie . Ihre Kabarettisten . Die bekommen immer genügend Futter.
Ein zwiderer , melancholischer Österreicher ist mir vertraut und bringt mich zum Lachen . Ein Deutscher gleicher Couleur ist mir oft... sorry, zuwider. Österreicher haben unübersetzbare Wörter. Sie haben Charme . Sie sind falsch. Sie sind musikalisch. Sie sind  gschamster Diener freundlich - und halten ´s Messer hinterm Rücken. Sie spielen immer eine Rolle. Sie rauchen immer noch in Beiseln und Hinterstuben . Sie singen, dass es eine Freud ist .


"In der EU gibt es am Sonntag vielleicht ein Land mit einem rechtspopulistischen Präsidenten ...Österreicher haben jetzt einen anspruchsvollen Job..."

 Sie lassen sich überholen und überholen dann selbst. Sie machen gutes und auch langweiliges Theater . Sie sind so begabt . Sie drehen hinreissend böse und komische Filme . Sie trauen sich auf allen Gebieten ´was.. ob es einem gefällt oder nicht . 

JA, SIE GETRAUEN SICH WAS . 

Sie sollen das bitte alles weiterhin tun. Sie sollen weiterhin offen und mutig und kühn sein dürfen . Sie sollen kraft ihrer Wahl-Entscheidung weiterhin ein Land sein, durch das ich so gerne fahre, wie andere auch . In dem ich so gerne bleibe, wie andere auch . 
Ein Land, das nicht in Dummheit und Enge und Furcht erstarrt. 



"Die Geschichte lehrt andauernd . Sie findet nur keine Schüler"
(Ingeborg Bachmann)


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Wenn nur noch Gehorsam gefragt ist und nicht mehr Charakter, dann geht die Wahrheit und die Lüge kommt .
(Ödön von Horváth)


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"Ach", sagte die Maus,"die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, daß ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, daß ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, daß ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe."
"Du mußt nur die Laufrichtung ändern", sagte die Katze und fraß sie.

(Franz Kafka)

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Jede Rohheit hat ihren Ursprung in einer Schwäche.
(Seneca) 


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Foto und Text (c)Krista Posch


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WIKIPEDIA : 
Obwohl man von einem – wie auch immer gearteten – „Österreich“ als eigenständiges Herzogtum ab 1156, und selbst als rein territoriale Einheit frühestens mit der Entwicklung der zu Baiern gehörenden Mark Ostarrîchi im späten 10. Jahrhundert sprechen kann, so entstand dieses Gebilde doch nicht in einem kulturfreien Raum, sondern einer Region mit langer und ungebrochener Tradition, deren Überlieferung und Überreste als Kulturerbe Österreichs zu seiner kulturellen Identität gehört.
Zwar entstand dieses Ostarrîchi selbst in einem Niemandsland des fränkischen Reiches gegenüber dem besiegten Reich der Awaren, die kaum Spuren hinterlassen haben. Die fränkische Besiedlung in Österreich traf auf eine romanisierte Bevölkerung, die Ortsnamenkunde belegt das, auch der heilige Rupert, der 696 in Salzburg mit der Missionierung der Südgrenze Austriens beginnt, fand keineswegs von der Völkerwanderung verheertes Land vor, sondern romanisierte Christen. Der Südosten Österreichs aber gründet sich darüber hinaus in der Tradition eines slawischen Reiches Karantanien, und geht noch viele Jahrhunderte einen eigenen Weg, der bis heute zu spüren ist. Auch hier lassen sich Kontakte zu romanisierten Vorbewohnern vermuten.
















Donnerstag, 5. Mai 2016

Ludwig van Beethoven - Musik als Heilung



So frisch verzweifelt jubilierend in Tod und Trauer versinkend zu den Sternen hoch und zum Heurigen herunter... 

Ein Miteinander Sein und kommunizieren und fast physisches Lieben vermittelte dieses Quartett mit Beethoven und Schubert !




Beim Zuhören und überschwemmt werden vom dritten Satz hab ich alles weitergesandt an meine Schwester und eine Bekannte, die sich beide gerade in verschiedenen Uni-Kliniken befinden ...

Streichquartett Nr.15 in a-moll von Beethoven

Der dritte Satz  lautet : 
Heiliger Dankgesang eines Genesenen an die Gottheit, in der lydischen Tonart, 
Molto Adagio  

"....eines Genesenen" , schreibt Beethoven ... 
Er hat wohl auf natürliche Weise etwas gewusst vom Quantenfeld... und eine Heilung als Fakt gesetzt ...

Das habe ich in Gedanken an die beiden Frauen auch so gemacht .

                                           


Kam beglückt nach Hause . In der Allerheiligen Hofkirche , einem magischen Raum , spielte lebte tobte streichelte schluchzte schrie seufzte riss perlte das ARCANTO - Quartett verstärkt durch den Cellisten Maximilian Hornung 


Das Quartett :

Antje Weithaas, Violine
Daniel Sepec, Violine
Tabea Zimmermann, Viola
Jean-Guihen Queyras, Cello


Wer mal die Möglichkeit hat, die Vier zu erleben :
hingehen
hören
schauen
staunen 
glücklich sein


nach dem Konzert

PS ... Schade, und letztlich "dumm", dass der Konzertbetrieb so hochgeputscht und gehypet ist... und die Folge: man sitzt im Publikum hauptsächlich unter alten Menschen - von oben blickt man auf einen Silbersee - und solche und ähnliche Ereignisse gehen somit am jungen Publikum meist vorbei... qua Höhe der Eintrittspreise ... 



Fotos und Text (c) Krista Posch


aus Wikipedia :

Der dritte Satz wurde von Beethoven mit dem Zusatz „Heiliger Dankgesang eines Genesenen an die Gottheit, in der lydischen Tonart“ versehen, der indirekt darauf verweist, dass er zur Zeit der Komposition selbst an einer schweren Krankheit litt und seine Arbeit 1825 gar für mehrere Wochen unterbrechen musste. Nach Auskurierung seiner Krankheit komponierte Beethoven für seinen Arzt, Prof. Braunhofer, einen Kanon: „Doktor sperrt das Thor dem Todt, Note hilft auch aus der Not“ (WoO 189).[17] Die Dankbarkeit über seine Genesung, die Beethoven in dem Kanon noch scherzhaft ausgedrückt hatte, fand nun auf ernsthafte Weise Eingang in das a-Moll-Quartett.

Die den Satz bestimmenden choralartigen Sequenzen (deren Eindruck durch Einsatz der lydischen Kirchentonart verstärkt wird), werden immer wieder von energischen Passagen, die Beethoven selbst mit dem Vermerk „Neue Kraft fühlend“ versehen hat, unterbrochen. Zum Schluss wird das Anfangsthema erneut, jedoch diesmal, wie von Beethoven vermerkt „mit innigster Empfindung“ vorgetragen, und die Musik klingt im Pianissimo aus.
Die Entscheidung, in diesem Satz eine etwas ungewöhnliche Tonart zu verwenden, lag in Beethovens damaligen Interesse am Schaffen des italienischen Komponisten Giovanni Pierluigi da Palestrina begründet, die von Raphael Georg Kiesewetters historischen Hauskonzerten in Wien gefördert wurde.[18] Ein allgemein wieder erwachendes Interesse an dem „Palaestrina-Stil“ war bereits von Wilhelm Heinrich Wackenroder (ab 1797) und E. T. A. Hoffmann (ab 1814) begründet worden.
Es wurde vermutet, Beethoven hätte in dem Satz eine Melodie von Palestrina verwendet; Skizzen weisen diese jedoch als eine Erfindung Beethovens aus.[19] Bereits 1818 hatte Beethoven eine Sinfonie als „frommer Gesang in einer Sinfonie in den alten Tonarten“[20] geplant, aber nicht umgesetzt. Neffe Karl konnte Beethoven nicht nur mitteilen, »daß viele Stellen mit Ausrufungen begleitet wurden, und beym Weggehn sprachen die Leute von der Schönheit des neuen Quartetts. Schuppanzigh will sie deßwegen über 14 Tage wieder geben«, sondern auch, dass „Man bewunderte, wie viel Du mit den wenigen Tönen gemacht hast, die Dir in der lydischen Tonart verstattet waren“[21].


6.Mai 2016

Heute in der Süddeutschen schreibt H.Eggebrecht über den Abend :

"....Beethovens rätselvolles a-Moll-Quartett entwickelten die vier aus der unendlichen Vielfalt der Piano-Pianissimo-Region, dabei tonliche Brüchigkeit und Herbheit bewusst nicht scheuend. Geradezu aufeinander lauernd, nie hastend, immer geduldig und wach realisierten sie die namenlose Weite dieses Beethovenschen Kosmos, gipfelnd im wunderbar artikulierten Dankgesang.
Auch Schuberts Quintett ist ein Spätwerk, aber das eines jungen Mannes, auch wenn dem Tode nahe. Daher braust es mit ungeheurer Energie auf, dehnt sich aus, verwandelt Melodie in Schmerzlichkeit, Trauer in lebendigste Rhythmik, Schwermut in Schönheit. All das konnte man erleben in einer Aufführung, in der der symphonische Geist und die Phantasie von fünf großartigen Solisten Schuberts Musik in hell strahlendem Glanz aufleuchten ließen, so dass die Lebenswucht und Klangmacht dieses immer mirakulösen Stücks jeden packte. "