Mittwoch, 14. Januar 2015

BOZEN... Theater...


Wieder mal Bozen.
Wieder mal Theater.

In der Stadt in der ich aufgewachsen bin.. als "Fremde" mich bewegen. Nicht bei den Eltern wohnen. Nicht um die Eltern kümmern. Es gibt sie nicht mehr. 

In einer "Theater-Wohnung" leben, ein paar Wochen lang zu Gast in der Stadt meiner Kindheit und Jugend.

Wie viele Rollen geistern noch durch die verschiedenen Theaterwohnungen irgendwo.. 
In Zürich zB in einer hübsch designten Wohnung Tschechows Mascha. In Wien in der Langen Gasse ein paar von Erich Kästners Figuren. In Telfs, in einer Ferienwohnung des dortigen Schützen-Kommandanten (!), muss auch noch Moid aus Stigma umher wandern ... und in dieser hier begegnen sich auch alle möglichen, die für mich namenlos sind, aber sie sind da .. und jetzt zieht mit mir Emma Mannende aus Stillbach hier ein.. 
....

Ich hatte mit diesen flüchtigen Unterkünften immer Glück. Sie haben mich gefunden.. und mich aufgenommen. Sie waren diskret, nicht immer "schön", aber waren gleich "meine". Ich habe sie dazu gemacht. Diesmal im fünften Stock. Ohne Lift. Im Glashaus.


Von Bergen, Mond und Sternen, Fenstern zum Hof, Wolken und Winden umgeben, die mich neulich, in meiner Geburtstags-Sturm-Nacht fast hoch- und davongetragen haben. Fliegende Theaterwohnung.. wäre mal was Neues. Noch flüchtigerer Wohnsitz... 



Manchmal riecht hier schon der Frühling um die Ecke ... Kalikantus ... betäubend süß ..


Die Zeitung von "früher" lesen... auch sie war ganzseitig "Charlie" für einen Tag... ( was in mir überraschtes Erstaunen auslöste .. aber was weiss denn eine "Fremme"...die Zeiten ändern sich ja auch hier ;-) ...die eine oder andere "neue"Zeitung lesen... nicht nur online, sondern im Café. Italienisch sprechen, fliegender Wechsel zwischen den beiden Sprachen in den Geschäften oder Restaurants. Gefällt mir. 

Den Zeitungsmann bitten, che domani mi metta da parte la Süddeutsche .. 

Die Standl-Männer am Obstmarkt sind noch die Gleichen. Oder sind es die Söhne, die aussehen wie ihre Väter? Die Äpfel unwirklich groß, die Vanille-Kakis auch.
Die Menschen.. so sehr vertraut und so fremd auch. Ist alles lange her.

Das Morgenrot ist röter als je hier, der Rosengarten sieht aus wie die Silhouette einer liegenden Frau, schrieb mir Barbara W.




© K.Posch

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