Samstag, 26. Dezember 2015

als ich eigentlich tot sein sollte

Das war vor vielen vielen Jahren am 26.Dezember ich war 8 meine Schwester 7 und die neuen Skier waren samt Eltern mit uns am Karerpass . 


Der Skilehrer erfüllte seine Aufgabe und war unser Objekt der Begierde und riet uns über Vigo di Fassa nach Hause zu fahren da sei die Strasse nicht so winterglatt . 


Die Stille im vollgepackten Fiat600 war ohrenbetäubend und die Zeit dehnte sich unendlich als das Auto nach links an die Strassenmauer schlitterte dann nach rechts und da zwischen zwei Wehrsteinen präzise eingeparkt einen Tag und eine Nacht schwankend stand um sich dann für die Nacht zu entscheiden und den Abgrund 90 steile Meter hinunterzurollen . 


Der Bach lag zugefroren . Die Fahrertüre oben . Mama und ich konnten herausklettern . Hoch oben auf einem kleinen Hügel sass meine Schwester weiter droben lag reglos mein Papa und noch weiter oben ging ein junges Paar seines Weges und sah uns . Ein Wagen hielt und der zerquetschte Papa wurde unsachgemäß aber in bester Absicht ins Auto gepackt samt uns Geschockten und wir landeten in Vigo di Fassa in einem Hotel . 


Das Personal hatte die Aufgabe uns 8 und 7 jährige zu verwöhnen mit Keksen in der Hand suchten wir nach Papa und fanden ihn im Licht einer geöffneten Türe  im Bett liegend uns freundlich zuwinkend wir waren beruhigt . Ein fremdes Auto brachte uns heil zu den Großeltern in Bozen und Mama den Papa mit der Rettung ins Bozner Krankenhaus wo er drei Monate seine Rippenbrüche den Lungenriss die angebrochene Hüfte verletzte Wirbel und was noch kurieren musste . Das Loch in Mamas Hals von einer der Skistockspitzen im Fiat heilte knapp vor der Halsschlagader dann auch . Die dunkelblauen Flecken auf unseren Körpern wurden gelb und verblassten wie die Erinnerung an die kichernde Nacht bei den Großeltern im Ehebett . 


Die Stille im Geräusch des rollenden Metallhaufens die Augen meiner Mutter vor meinem Gesicht sind lange geblieben . Die neuen Skier viele Jahre später waren eine Freude und wiedergeboren worden sein an jedem Stefanstag auch .


Amaryllis hinterm Sonnenschutz 




(c) krista posch











4 Kommentare:

  1. Sehr berührende Geschichte, sehr nachvollziehbar erzählt. Und ja, an bestimmten Jahresdaten gebundene Erinnerungen bleiben brennen sich umso mehr in unser Gedächtnis ein. Das macht Feiertage psychisch ja auch zu einer durchaus riskanten Angelegenheit ...

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    1. ..gut dass es in diesem Fall trotzdem immer ein freudiger Tag war... Alles gut ausgegangen :-)

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  2. "Ich sollte leben" müsste die Überschrift heißen - du hast nicht nur einmal gefährliche Situationen überlebt,
    nicht zuletzt auf deiner Sommerreise.
    Deshalb hat der "Schutzengel" eine besondere Bedeutung für dich.
    Möge er dir erhalten bleiben.

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    1. Ja, er hat sich oft schon als Beschützer/in bewiesen .... Danke *

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