Mittwoch, 17. August 2016

Wenn plötzlich ein RILKE-FAN neben einem kniet


Ein Sommerabend mit September in the air, im Freien essen in der Veedels-Kneipe im Dreimühlen-Viertel  ...so viel Wasser unter der Münchner Stadt... . Auch wenn man hier in Bayern nicht Veedels-Kneipe sagt, aber Jan nennt das so, er hat Jahre in Köln gelebt. Den Tag ausklingen lassen, ans Reisen denken, Kindern zusehen, die Platane hoch schauen ...

Und plötzlich dies  

Sie kniete neben meinem Stuhl .  Wollte sie von unten zu mir hinauf schauen... ? Dachte sie auf diese Weise weniger zu stören ? Wollte sie die Bühnensituation nachempfinden ?


- Sie haben Ende April im Tannerhof RILKE gesprochen . 
Ich war da . Es war so berührend und stark , dass mir jetzt noch ganz anders wird . 

Sie sagte "ganz anders" . Ihre Augen wurden feucht . Sie strahlte mich an . Eine Frau um die vierzig , Wuschellocken , Brille , aparte Person , Jeansjacke und -hose , nix Verquastes , einfach jemand , der BEGEISTERT sich an etwas erinnerte und die Gelegenheit hatte , diese Begeisterung an die Verursacherin der Emotion , also an mich , weiterzugeben .

- Freut mich, dankeschön, dass Sie mir das so sagen . Ich strahlte zurück. Freute mich ehrlich . Es war eine so spontane Geste, dieses sich Hinhocken, diese leuchtenden Augen, die nass wurden, sie erlebte den Abend in dieser kurzen Minute wieder.  Ich auch . 

Dann stand sie auf und setzte sich zurück zu ihrem Begleiter . 

****

Ich kann religiöse Naturen nicht begreifen,
die Gott als das Gegebene hinnehmen und nachfühlen,
ohne sich an ihm produktiv zu versuchen.
Rilke


(c) Text u Photo Krista Posch 17.8.16










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