Sonntag, 26. Februar 2017

#pulseofEurope



26.2.17

Aus Neugier bin ich heute gegen 14 Uhr in München zum Max-Joseph-Platz geradelt. Um etwas zu sehen auch hinaufgeklettert auf die Stufen des Denkmals. Ich schätze, es waren gut 300-400 Menschen gekommen. Viele junge Menschen, Mittelalte, Kinder, ein höchstens zwölfjähriger Junge interviewte höchst professionell ("für unseren YouTube-Kanal") den jungen Mann neben mir, ein Student, der strahlend die Europa-Fahne schwenkte, und sich während der gesamten Veranstaltung, die genau eine kurzweilige Stunde dauerte, freute. 

Ja, es war kurzweilig, spontan, es gab viele Redebeiträge von denen, die sich vor Ort angemeldet haben und namentlich genannt wurden, wenn sie die kleine Bühne betraten und ruhig und engagiert erzählten, warum sie so eine Bürgerbewegung begrüßen, was sie mit der Idee Europa verbinden. Alle waren sich einig, dass es zu Europa keine Alternative gibt, niemand möchte, dass dieser Kontinent in nationalistische Kleinstaaterei fällt, und keiner von den Rednern oder Organisatoren maßte sich an, zu wissen, wo´s längs geht, was zu machen sei, wie Mängel dieser Union behoben werden können, denn die sind da, auch das wussten einige auszusprechen.... 


Über allem lag kein dampfendes Wahlgetöse, keine kochende Volksseele, kein Schrei nach einem starken Mann, sondern eine angenehme, positive, zukunftsoffene Stimmung, der Willen, etwas zu tun, um dieses Europa zu erhalten, zu verbessern, für es einzustehen, es nicht von wild gewordenen Populisten zertrampeln zu lassen.

Jeden Sonntag, auch heute war das so, finden in immer mehr europäischen Städten diese Treffen statt, immer alle um 14 Uhr. Und jedes Mal kommen anscheinend mehr Menschen. 


Also, mir gefällt das. 

Schaut doch auch mal vorbei.


Als letzter Redner betrat der 12jährige Junge mit dem Smartphone noch die Bühne und bat die Menge, doch alle zusammen "Hallo, Europa" zu rufen. Für seinen YouTube-Kanal.








text&fotos (c)krista posch


Wikipedia erklärt unter anderem :

„Pulse of Europe“ orientiert sich an zehn Punkten:
  1. Europa darf nicht scheitern: Die Initiative sieht die europäische Idee der Gefahr des Scheiterns ausgesetzt, wenn sich bei den 2017 anstehenden Wahlen in mehreren europäischen Ländern anti-europäische Parteien durchsetzen können, und ruft europafreundliche Bürger dazu auf, sich öffentlich zur europäischen Idee zu bekennen.
  2. Der Friede steht auf dem Spiel: Die Europäische Union wird als „Bündnis zur Sicherung des Friedens“ angesehen.
  3. Wir sind verantwortlich: Alle Teile der Gesellschaft werden in der Verantwortung gesehen, Spaltungstendenzen innerhalb Europas entgegenzutreten.
  4. Aufstehen und wählen gehen: Ausgehend von der Vorstellung einer „schweigenden Mehrheit“, die es zu mobilisieren gelte, wird dazu aufgerufen, in den anstehenden Wahlen für pro-europäische Parteien zu stimmen.
  5. Grundrechte und Rechtsstaatlichkeit sind unantastbar: „Freiheit der Einzelnen, Gerechtigkeit und Rechtssicherheit“ müssen in Europa gewährleistet bleiben, insbesondere auf dem Hintergrund der Einschränkungen der Pressefreiheit in einzelnen europäischen Ländern.
  6. Die europäischen Grundfreiheiten sind nicht verhandelbar: Die europäischen Grundfreiheiten hätten „aus Nationalstaaten eine Gemeinschaft gemacht“. Eine „ausgewogene Verknüpfung von Rechten und Pflichten“ müsse in allen europäischen Ländern sichergestellt sein.
  7. Reformen sind notwendig: Umgestaltungen der europäischen Idee sind notwendig, um eine breite Unterstützung der Bevölkerung zu sichern oder wieder zu erlangen.
  8. Misstrauen ernst nehmen: Bedenken gegen die Europäische Union müssen gehört, und Lösungen für aktuelle Probleme müssen gefunden werden, um Zuversicht in die Zukunft der europäischen Union zu wecken.
  9. Vielfalt und Gemeinsames: Die Wahrung der europäischen Identität schließe den Erhalt der regionalen und nationalen Vielfalt ein, die als Bereicherung verstanden wird.
  10. Alle können mitmachen – und sollen es auch: „Pulse of Europe“ versteht sich als „überparteiliche und überkonfessionelle“ „zivilgesellschaftliche Initiative zum Erhalt Europas“.
Nach ihrem eigenen Verständnis verfolgt die Initiative „keine parteipolitischen Ziele“. Im Hinblick auf die Parlamentswahl in den Niederlanden am 15. März 2017, die Präsidentschaftswahl in Frankreich am 23. April 2017 und die Bundestagswahl am 24. September 2017 sollen sich „bis zum und am 12. März 2017, dem letzten Sonntag vor den Wahlen in den Niederlanden, so viele Menschen wie möglich in Europa [zu] versammeln, die für Europa einstehen und so dazu beitragen, dass nach den Wahlen pro-europäische Kräfte mehrheitsfähig regieren können.“

Zur Zeit liegt der programmatische Schwerpunkt von „Pulse of Europe“ auf dem Bestandschutz der EU. Detailliertere inhaltliche Stellungnahmen machen die Initiatoren vom Ausgang der Wahlen in den Niederlanden abhängig. Je nach diesem sei eine weitere inhaltliche Differenzierung vorgesehen. Dies könne entweder eine stärkere Betonung der Bedeutung der französischen Parlamentswahlen sein, bei einem europafreundlichen Wahlausgang in den Niederlanden könnten eher die notwendigen Reformen programmatisch betont werden.











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