Dienstag, 14. Juli 2015

Herr Korbes muss ein recht böser Mann gewesen sein

(c) Janosch "Schließen Sie die Augen, Frau Brinkmann,
ich bin doch Ihr Hausarzt, Dr Waldi, und sagen Sie Aah"

Herr Korbes


Es war einmal ein Hühnchen und ein Hähnchen, die wollten zusammen eine Reise machen. Da baute das Hähnchen einen schönen Wagen, der vier rote Räder hatte, und spannte vier Mäuschen davor. Das Hühnchen setzte sich mit dem Hähnchen auf, und sie fuhren miteinander fort. Nicht lange, so begegnete ihnen eine Katze, die sprach 'wo wollt ihr hin?, Hähnchen antwortete
'als hinaus
nach des Herrn Korbes seinem Haus.'
'Nehmt mich mit,' sprach die Katze. Hähnchen antwortete 'recht gerne, setz dich hinten auf, daß du vornen nicht herabfällst.
Nehmt euch wohl in acht,
daß ihr meine roten Räderchen nicht schmutzig macht.
Ihr Räderchen, schweift,
ihr Mäuschen, pfeift,
als hinaus
nach des Herrn Korbes seinem Haus.'
Danach kam ein Mühlstein, dann ein Ei, dann eine Ente, dann eine Stecknadel, und zuletzt eine Nähnadel, die setzten sich auch alle auf den Wagen und fuhren mit. Wie sie aber zu des Herrn Korbes Haus kamen, so war der Herr Korbes nicht da. Die Mäuschen fuhren den Wagen in die Scheune, das Hühnchen flog mit dem Hähnchen auf eine Stange, die Katze setzte sich ins Kamin, die Ente in die Bornstange, das Ei wickelte sich ins Handtuch, die Stecknadel steckte sich ins Stuhlkissen, die Nähnadel sprang aufs Bett mitten ins Kopfkissen, und der Mühlstein legte sich über die Türe. Da kam der Herr Korbes nach Haus, ging ans Kamin und wollte Feuer anmachen, da warf ihm die Katze das Gesicht voll Asche. Er lief geschwind in die Küche und wollte sich abwaschen, da spritzte ihm die Ente Wasser ins Gesicht. Er wollte sich an dem Handtuch abtrocknen, aber das Ei rollte ihm entgegen, zerbrach und klebte ihm die Augen zu. Er wollte sich ruhen und setzte sich auf den Stuhl, da stach ihn die Stecknadel. Er geriet in Zorn, und warf sich aufs Bett, wie er aber den Kopf aufs Kissen niederlegte, stach ihn die Nähnadel, so daß er aufschrie und ganz wütend in die weite Welt laufen wollte. Wie er aber an die Haustür kam, sprang der Mühlstein herunter und schlug ihn tot. Der Herr Korbes muß ein recht böser Mann gewesen sein.   
(Märchen der Gebrüder Grimm)


1989 fand am Prinzregententheater in München die Zweitaufführung von KORBES von Tankred Dorst statt. 
Nach der Uraufführung in Hamburg im Jahr zuvor.

Ein wildes böses Stück

teils Volksstück, Barockoper, Märchen, Passion ... 

Es spielten : 

Wolfgang Hinze ....Korbes
Jenny Lattermann.... Betzn
Krista Posch....Die Tochter
Jan Eberwein....Bleicher

weiters erinnere ich mich an Martin Sperr, und an einen Komparsenauftritt von Veronika Ferres.


Posch und Hinze , Foto Wilfried Hösl 


Freitag, 12. Juni 2015

REIFEPRÜFUNG



...nein nein, ich meine im Moment nicht die Reifeprüfung, die Dustin Hoffmann bei Mrs. Robinson ab-gelegt hat ... ich meine das ABI... die MATURA, wie das zu meiner Zeit in Bozen hieß ... 


An diesem wunderschönen Sommerabend setzte sich ein junges Mädchen an den Tisch neben unserem in der Gartenkneipe.. mit ihrem Freund, der aber nur in sein Smartphone vertieft war ...  Keiner der beiden sprach was.. aber als die Mutter und der jüngere Bruder dazu kamen, ging´s los  : Abi beendet und bestanden !! Hohe Punktezahlen flogen durch die Luft, 22 da und 22 dort, und 11 in Mathe, was die Krönung zu sein schien ... Glaube ich ihr gerne ! ...Kenne mich mit dem System nicht aus, wir hatten Noten, 10 die Beste, ab 5 Richtung 1 negativ..  ( es gab wirklich noch negativer als negativ...)

Sie zitterte plötzlich vor Hunger, hatte den ganzen Tag zu essen vergessen, sie strahlte aber und bestellte zwei Wienerschnitzel mit Kartoffelsalat, die Mama glühte vor Stolz ... Es hing eine solche Erleichterung und Freude über dem Tisch ... es war ansteckend *


Natürlich musste ich an meine Prüfungen damals denken ...als ich über LATEIN, GRIECHISCH, DEUTSCH und ITALIENISCH schriftlich schwitzte und an zwei Tagen dann über ZEHN FÄCHER mündlich mein Reifezeugnis erarbeitete ... erplauderte... 


Das Schuljahr war für alle zu ENDE, und nun hatten wir Maturanten zwei Wochen "frei" , in denen wir alles nachlernen mussten, was noch wackelte, oder was man uns gar nicht beigebracht hatte während des Schuljahres ... was aber trotzdem Prüfungsstoff war !! ... 




Ich sage nur z.B. für das Fach Italienisch : DANTE , DIVINA COMMEDIA, IL PARADISO ... na bitte, nicht das kleine Stöffchen für nebenbei.... zusätzlich zu den beiden ersten Teilen, HÖLLE ( Inferno )  und FEGEFEUER ( Purgatorio ) , die wir in den Jahren davor durchgenommen hatten.... so wie CHEMIE .. da überhaupt ALLES.. .. 


Die Italienisch-professoressa hatte im dritten Jahr Lyzeum irgendwie keine Lust auf Dante und PARADISO, sondern setzte sich mit kurzem Rock und hübschen Beinen auf ihren Schreibtisch und erzählte amüsante Geschichten, die eher infernalisch waren, wobei sie mit den "Buben" flirtete ... 
Der Chemie-Prof war einfach so gestrickt oder so einfach gestrickt, was auf´s gleiche hinausläuft, dass man von ihm nichts lernen konnte, er konnte nicht lehren ... 
Er machte manchmal Experimente .. Eines bestand darin, dass er eine Formel an die Tafel schrieb, mich zu sich ans Pult rief, mir eine Menthol-Zigarette anbot, sie anzündete, und ich sollte bestätigen, dass sie nach Menthol schmeckte ...Das tat ich .. und dann schickte er mich vor die Türe, um die Zigarette zu Ende zu rauchen !!  ...hä? 

Ich stand im Flur, paffte sehr langsam und betete, unser gestrenger Rex möchte vorbei kommen und mich rauchen sehen... im Auftrag der Wissenschaft ... ! ..mein Gebet wurde nicht erhört ..


In den zwei Wochen "Lern-Ferien" - Sommer, Bozen, Gluthitze - war ich mit Willie, einer Klassenkameradin, in einer Pension Sonne in der Nähe von Völs am Schlern einquartiert - glorreiche Idee meiner Mutter !  - wo wir von morgens bis abends büffelten, uns gegenseitig abhörten, uns halfen, viel lachten auch, vor dem Frühstück und am Abend in den kleinen Pool sprangen, etwas anhysterisiert die anderen Gäste unterhielten und von der Wirtin ordentlich gefüttert wurden ... Klingt im Nachhinein wieder lustig und nach "...bald gehört uns die Welt " !!


Das junge Mädchen jedenfalls hat nun nach Verdauen der beiden Wienerschnitzel diese Welt vor sich ... Ich vermute stark, ohne diesen Freund... Was werden ihre hellblauen Augen alles sehen .. Welche Furchen sich in ihr makelloses Gesicht graben.. Welche Enttäuschungen, Freuden, Lieben, Trennungen wird sie erleben, die nicht nach PUNKTEN gemessen werden können ... Wie wird sie dazu beitragen, dass etwas besser wird um sie herum ... 


PS:Ich musste auch noch daran denken, was sie wohl für ein Geschenk zum bestandenen Abi bekommen wird ...  einen BMW? Ein Mountain-Bike ? Eine Reise ? Eine Designer-Tasche ? Ein Pferd ? ... 
Ich wusste damals, ich werde ein Transistorradio bekommen .. ein Radio nur für mich... Ich bin nach der letzten Mündlichen wie auf Wolken die Runkelsteinerstrasse hochgeschwebt und daheim erwartete mich ein kleines Blaupunkt-Radio ... es war das Größte ... 




(c) K.Posch



INFO zur Göttlichen Komödie :  http://de.wikipedia.org/wiki/Göttliche_Komödie












Dienstag, 26. Mai 2015

LULU


Oper von innen ...und von aussen... heute so für mich ..

Premiere in München
LULU von Alban Berg
In der klugen, kühlen und über das persönliche Drama der Hauptfiguren hinausweisenden Regie von Dmitri Tscherniakov !
Und dem Zauber-Dirigat von Kirill Petrenko !


Marlis Petersen und Bo Skovhus heute während der Premiere 
Den ersten und circa eine Viertelstunde des zweiten Aktes war ich ein (relativ) normaler Opernbesucher im festlichen Nationaltheater . 
Danach war meine Perspektive leider diese:
im Foyer, Projektion der Oper an die Wand..
Das echte Leben kam plötzlich in das künstliche ... in Form von einem dumpfen Schlag, einem erzitternden Bühnenbild ( Kunststofflabyrinth), und feinen Blutstropfen, die aus der anschwellenden Nase (ich saß bis dato in der 5.Reihe, sollte mal so sein..) des sensationellen "sehr hohen Soprans" Marlis Petersen auf ihr weisses Kleid tröpfelten... Der Kampf, den sie im Schock, nachdem sie in vollem Lauf gegen eine der Wände geknallt war, in höchsten Tönen singend, blutend, die Kollegen mit Blicken beruhigend, mit Kleenex-Tüchern wischend, ein vom mitspielenden Diener herbeigebrachtes nasses Tuch in die Ecke schleudernd, mit und gegen sich führte, dieser Kampf war so echt, so berührend, und immer auch Lulu...er brachte mein Inneres durcheinander und ich kämpfte gleichzeitig gegen mein Mit-Aufgeregt-Sein, und das alles bei der peitschenden emotionalen Musik von Alban Berg, bis ich merke, das geht zumindest bei mir nicht länger gut und bevor ich dem Theaterkritiker, der in meiner Reihe saß sowie meinem Begleiter und weiteren Besuchern ohnmächtig vor die Füße rutsche, verlasse ich den Zuschauerraum auf eigenen Beinen und lege mich auf eine Sofabank des Foyers ...


Wieder senkrecht und mich wehrend gegen die zahlreich gereichten Tempos von freundlichen Schließern und Schließerinnen, die darauf bestanden, ICH hätte Nasenbluten,  tat sich dann für mich ein anderes Theater auf.. wer weiss nämlich schon, was im Foyer geschieht während "drinnen" gelitten, geliebt, gemeuchelt und intrigiert wird. 

Zu Alban Bergs von Kirill Petrenko fulminant hervorgeholten Klängen, und der verschwommenen Übertragung an der Wand, wurde höchst konzentriert mit präzisen Gesten und lang eingespeicherten Gesichtern abgeräumt und vorbereitet, was in der ersten Pause von den Freunden der bayrischen Oper verschlungen wurde und in der zweiten Pause die selben nochmals erwarteten. .. 
Und immer in voller Lautstärke die vitalen, gierigen, verzweifelten, höhnischen, feurigen Stimmen von Lulu, Dr.Schön, Alwa, Geschwitz, Schigolch, vom Gymnasiasten ...


Wilfried Hösl, der Hausfotograf, tauchte noch auf gegen Schluss, wir kennen uns aus gemeinsamen Residenztheater-Zeiten, und ich erzählte ihm von der blutenden Diva. Er sagte, an dieses gefährliche ( faszinierende ) Bühnenbild sind während der Probenzeit ALLE einmal gerannt und haben sich Kostbares verletzt, NUR Lulu NICHT....

Marlis Petersen wurde übrigens stürmisch GEFEIERT und sie freute sich wie ein Kind.

....

Lulu

Ich liebe nicht den Hundetrab
Alltäglichen Verkehres;
Ich liebe das wogende Auf und Ab
Des tosenden Weltenmeeres.
Ich liebe die Liebe, die ernste Kunst,
Urewige Wissenschaft ist,
Die Liebe, die heilige Himmelsgunst,
Die irdische Riesenkraft ist.
Mein ganzes Innre erfülle der Mann
Mit Wucht und mit seelischer Größe.
Aufjauchzend vor Stolz enthüll ich ihm dann,
Aufjauchzend vor Glück meine Blöße.
Frank Wedekind

....


Ulrich Wildgruber u Susanne Lothar
   
Susanne Lothar und .. wer ist er ? ..ich erkenne ihn hier nicht ...

Meine erste Live-Lulu war 1988 am Hamburger Schauspielhaus Wedekinds Theaterstück, Zadeks Regie, und es hat mich diese unschuldig-hemmungslose Lulu von Susanne Lothar derart beeindruckt ... 
ebenso der faunisch-wahnsinnige Uli Wildgruber als Dr. Schön
oder Jutta Hoffmann als Gräfin Geschwitz ... 
und -bitte- Uwe Bohm als Jack the Ripper ..




(c) Krista Posch

Freitag, 8. Mai 2015

Chansons


Singen macht Freude. Macht fast glücklich.
Unabhängig davon ob das Lied melancholisch ist, heiter, ironisch, böse, von Liebe singt, von Einsamkeit, von Lust oder Frust.... 



Spätes Mädchen


Ich bin ein spätes Mädchen
Mich schaut keiner an
Korrekt und unauffällig
Ich bin die ohne Mann

Ich bin ein sehr spätes Mädchen
Keiner weiss wie spät
Ich manchmal unterwegs bin
Und  wie meine Nacht vergeht

Ich besuche am Fluss die Schwäne
Kein Mensch da, nur ich
Und bin Leda für einen von ihnen
Und lass Federn und vergesse mich

Er umfängt mich mit weichen Schwingen
Mein Hemd liegt am Strand
Mir schwanen die schönsten Dinge
Nachts im Sand

Ich komme spät , doch niemals nie...
Früh
Fliege ich nach Hause
Mal mir die Lippen an
Und bin ein spätes Mädchen
In der Straßenbahn

Ins Büro, zum Diktat,
alles läuft nach Plan
immer freundlich,immer pünktlich,
und ich rieche nach Schwan

Worte (c) Krista Posch
Musik  Peter Ludwig
....

Ein Chanson ist ein Lied.
Wir verbinden damit Französisches.
Wir verbinden damit Jacques Brel, Juliette Greco, Georges Brassens, Edith Piaf und so fort Hier z.B. ein wunderschönes Chanson gesungen von BARBARA 


Irgendwann habe ich selbst angefangen, Liedtexte zu schreiben . 
Phasenweise flogen sie nur so daher. Ein Kanal war geöffnet. 
Auch meinen Südtiroler Dialekt habe ich auf natürliche Weise benützen können.
In verschiedenen Musikern und Komponisten habe ich "Seelenverwandte" gefunden,
immer war mir jemand für einen bestimmten Text gerade der Richtige ...

Anfänglich und zuletzt vorallem der Komponist und Pianist Peter Ludwig

ein Ausschnitt aus meinem Programm vom "verschenkten Mann" :





Ein Text in meiner Südtiroler Mundart :

HERZBLUT

I woass net,wia mir isch
Amol bin i letschat, amol bin i frisch,
Amol denk i an ihn,
Amol denk i an di,
Und manchmal a an mi

I woass net,wohin s mi ziagt.
I sog,I mog di – und fürcht,i lüag.
I sogs zu ihm,
I sogs zu Dir
Und manchmal a zu mir

I woass net, wos I will
I mechet juchzn – und bin still
I tanz für ihn,
i sing für di
und woan a bissl um mi

Jetz schneid i mi mittn ausnand..
´S tropft ´s Bluat von meiner Hand…
A Stück für ihn,
a Stück für di
mei Herz b´halt i für mi

Oan Zappler no – und jetz ischs stumm..
Ganz staad ischs umadum
Die Liab tuat guat,
Die Liab tuat weah
Jetz spür i gar nix mehr




Text und Bilder © Krista Posch



..mit Peter Ludwig trete ich am 21.Mai 2015 beim 
Benefiz-Konzert im Theater im Rossstall 
in Germering auf.


...noch einiges zu dem Begriff CHANSON: 


Homepage von Peter Ludwig : http://p-ludwig.com



Zugabe 

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Freitag, 24. April 2015

NICHTS






Manchmal SCHREIBE ich einfach gerne ! Auch ohne ein bestimmtes Thema...
Ein Selbstgespräch sozusagen.. bei dem schliesslich andere zuhören dürfen.. wenn sie mögen... 
Mal NICHTS erzählen, teilen, liken ... 
Schreiben, was NICHTS ist ... NICHTS will .. 
Und trotzdem kommt irgendetwas aufs "Papier" dabei ... solange ich hier tippe...
Zum Beispiel fällt mir jetzt der Satz ein :
Ich habe keine besondere Begabung, ich bin nur leidenschaftlich neugierig ..

Das hat EINSTEIN gesagt und nur dadurch ist der Satz besonders ... Wenn er von mir wäre, wäre er simpel ... oder banal ... auch stimmte er nicht ganz ..  Aber auch das ist relativ und hängt vom Betrachter ab und somit steht letztlich wieder - NICHTS auf dem Blatt .

Wir plappern uns durchs Netz ..
Mal interessanter und anregender ... 
meist a bissl sinnlos ...
oder einfach nur (geflüstert): eitel ... 
... und als erste meine ich auch mich SELBST damit ... stehe voll dazu... und schliesslich ist dieses sinnfreie-Nichts-Wollen ja gerade im Moment mein Thema hier .

Meine LIEDER , TEXTE ... alles was ich zB für meine verschiedenen Programme geschrieben habe ... alles fing bei NICHTS an... bei NICHTS WOLLEN ... nur die Verbindung zwischen Hirn, Herz und Hand zulassen und mir ERLAUBEN, NICHTS zu wollen .... ohne mich vor-zu-zensieren ... ohne ein Ergebnis zu wollen... das kommt von allein .. das kristallisiert sich allmählich heraus... 
einfach zu SCHREIBEN .. 
früher nur mit der Hand .. sehr empfehlenswert ..

Was der Satz von Einstein da oben damit zu tun hat ? Keine Ahnung ... :-)

><


Der unbefugte Kritikus ...

Ei, welch ein Einfall dir kommt !
Du richtest die Kunst mir, zu schreiben,
Ehe du selber die Kunst,
Bester, zu lesen gelernt.

Heinrich von Kleist




text u photos ©k.posch






Donnerstag, 16. April 2015

blühen


Frühling erinnert mich immer ans Kind-Sein.


Zum ersten mal in Kniestrümpfen nach einem langen Strumpfhosenwinter 
Zum ersten Mal der Mantel offen 
Zum ersten Mal die Haare im Wind 
Hatte immer kurzes Haar, das leider nicht sehr malerisch flatterte, aber es war jedesmal ein Freiheitserlebnis.



Und von Tag zu Tag erwachte rundherum der Schulweg vom Asphaltgrau zu grün in allen Schattierungen. 
Das Schönste : 
Die Magnolien 


Diese hellgrauen nackten Sträucher mit den dicken Knospen, denen man beim Aufgehen zuschauen konnte. 
Und ich blühte mit ihnen um die Wette.



Text/Photos © K.Posch












Dienstag, 14. April 2015

IPHONE AUGEN



Strahlender April-Tag . 
Wind . Ich auf dem Fahrrad zum Bayrischen Rundfunk, wie so häufig . Aber nicht immer ist sooo ein Frühlingstag .

Sehe lauter Schönheit, die ich auf dem Rückweg fotografieren möchte . Und da kommt der Gedanke :

Bin OHNE IPHONE ! Hab es zu Hause liegen lassen !

Starker Moment . Reaktion im Körper . Ein kleines Frei-Gefühl...und zugleich : SCHAAADE ...
Und dann muss ich übers ganze Gesicht lachen :

Also einfach SCHAUEN, Krista... Juhuuu ! ...  AN-SCHAUEN...  nicht immer durch den Kamerafilter... nicht immer FEST-halten .. 
heute nur für mich ... AUGEN - Blicke ...


Prall aufplatzende Magnolienblüten auf einem Strauch am Strassenrand !      schauen ....

Ein rosaroter Zierkirschenbaum neben dem anderen hebt sich von dem blauen Himmel ab !       schauen ....

Eine Zierwolke neben der anderen dekoriert den hässlichen BR-Turm !                 schauen ....

Lauter windzerzauste BR-Mitarbeiter glücklich trotz erkaltendem Kantinen-Essen auf der Sonnen-Innenhof-Wiese ! 
Ebensolche in den ersten Frühlingsklamotten postend und telefonierend in der SONNE vor dem BR-Café !       schauen....

Grün knospt und hopst und birst es aus allen Baum- und Zweigporen !    schauen ....



"UND ICH O H N E  IPHONE !" 
"Was für schöne Bilder wären das geworden!" 

 falsch: das SIND js schöne Bilder geworden! 
   
Dankbar für meine Augen!    
Dankbar für meinen BLICK!


Für heute war das sehr schön so 

....




auch Augen 


15.4. dazugekommen ...



©K.Posch