Samstag, 24. September 2016

23/24.9.2016 Reise (6)


Diese grandiose große magische verrückte laute und stille Insel ... Ciao, Bella Sardegna ! Ich komme wieder ! 

CAPO TESTA en passant erlebt ... Phantastische Steingebilde hoch im Norden ...
Wahrscheinlich heimlich und unerkannt von Max Ernst Dali Picasso hingestellt...
Carlo und Martina aus der Schweiz hab ich vom SelfieMitStange erlöst , er wollte dann auch mit mir fotografiert werden.. Was Capo Testa halt so auslöst ... Bestimmte vom erotischen Wind gebildete Felsen haben sicher ihre Ausstrahlung, wenn abends der Leuchtturm funkelt ...

Bin dankbar, dass ich mir diese Zeit so lange einfach nehmen konnte ... Esse im Freien am Abend des 23. September ... Die Macchia duftet ... Der Abendstern schaut lüstern in meinen Teller... Die brüllenden Männer u  Frauen vom Strand sind nicht da wo ich jetzt grade bin ... Sie vereinnahmten heute alles und führten sich auf, als sei das ihr privates Meer  ...  Ist ihr Geschrei pure Lebenslust oder schiere Langeweile ? ... eher das Letztere ... Na, wer weiß .

Das kleine Mädchen am Tisch gegenüber wischt durch sein digitales Bilderbuch ... Phantasie ist nicht mehr gefragt , alles bewegt sich eh von allein .. Kein Anfassen, kein Blättern... was verbirgt sich hinter der nächsten Seite ?... Alles wird vorgekaut .. Die Mama am Tisch chattet vor sich hin ... 

Der Cannonau ist tiefrot und tut gut nach dem Sonnentag ...

... der letzte Tag auf der Insel ... Vorteil Nachsaison ..

Um Azachena herum steht ein Nuraghendorf neben dem anderen ... Riesengräber... Urige Tempel ... Gottheit war immer ... Kampf darum auch ... Alles strahlt eine Kraft aus, weit stärker, als das Römisch-Griechische, das man im Europäischen hauptsächlich an Gesteinskultur - neues Wort ? -  kennt, und was man uns von klein auf nahe bringt ... 

... Edvard Munch hat im Nuraghe-Albucciu-Hain einen Olivenbaum kreiert ... ? ... ? Der Schrei, dreidimensional ... Bühnenreif .. 

Es ist Abend in OLBIA, im Café Príncipe Umberto sitzen sie mit ihrem Gepäck und süffeln sich eins für die Nacht-Überfahrt zum Stiefel ... Ich bin morgen Mittag dran . 
Der Kir ist warm , die Mücken haben mich zum Fressen gern ... Macht nix . Die Musik ist schlecht und laut . Macht nix . 

Cinema di Olbia zeigt Mainstream, aber am Eingang hängt der Wilde ... 
Was hat Sardinien mit Südtirol gemeinsam ? Zumindest EINEN  bunt bemalten Bauernschrank ...
Meine Brille wird nach 4wöchigem Auf und Ab vom Ottico freundlich gerade gebogen. 
Der Torrone, dieses köstlich klebrige Nusshonigzeug schmeckt sicher nur hier so verboten gut... Oder ? 
Ob der MIRTO in München noch bestehen kann? ... Ein digestivo aus Myrte ... 

Stilvoller Abschied im L'ESSENZA . 
So eine Insel muss man auch lukullisch ehren ... Oder kulinarisch , wie es euch gefällt ...Fällt jedenfalls leicht ..
Blitz und Donner und Güsse  aus heiterem Himmel . Macht nix .

Diese grandiose große magische verrückte laute und stille Insel ... CIAO, BELLA SARDEGNA ! TORNERÒ ! 












V





Text und Photos ©krista posch 

Dienstag, 20. September 2016

20.9.2016 Reise (5)

20.9.2016 Reisenotizen (5) 

....wir rannten über Stock und Stein, waren jung und alt zugleich.....eine Freundin, die mich hier besucht hat für eine Woche, und ich, wir waren oft völlig allein zwischen 3000 Jahre alten Brunnen-Tempeln, Versammlungs-räumen, heiligen Wegen und heiligen Hainen, Oliven, Eichen.. Wir nahmen und gaben, wir lachten und schäkerten mit alten und jungen sardischen Männern ..und auch Frauen.
Nur wenige Touristen mehr .. .

Die Sonne brennt, auch wenn der Herbst sie filtert... 

WER FLIEGEN MÖCHTE MUSS ES TUN. Antonello vom Agriturismo  Sas Abbilas , was "die Adler" bedeutet, sagt, als Kind habe er ein Shirt getragen, auf welchem eine Möwe zu sehen war und darunter stand dieser Satz ... Ein Mensch, phänomenal mit Erde und Himmel verbunden ... Ich kann es nur so ausdrücken .. Hat sich auf seinem Grundstück eine Mischung aus Schlaraffenland und Paradies erschaffen ... Flüssiger Ziegenjogurth zum Frühstück .. So muss Manna geschmeckt haben ... Ja ja,  man darf mich ruhig auslachen ...

SANTU ANTINE .. Hochburg der Nuragher-Kultur... Der sardische Boden ... die Kraft dieser Erde ... Dieses Himmels... Bin voll getränkt davon ... 

Die alten Männer mit ihrer selbstverständlich-sinnlichen Offenheit ... 
Der Parco di Giara, von Tuili aus.. Ein wildwucherndes Hochplateau, eines von vielen ... Wildpferde , Korkeichen mit ihren frisch-roten Wunden, verwunschene Waldstücke,
 ...der Nuraghe  SU NURAXI mit Innen- und Aussenmauern, Licht nur im Innenhof.. Die Angst regierte wohl schon vor 3000 Jahren die Welt, und doch gab es bei diesem Ur-Hirtenvolk der Nuragher auch einen Kontakt nach "oben", zu einer Intelligenz, der sie noch verbunden waren... zumindest die ursprünglichsten von ihnen  ... 
Was für ein Land !
Und so schöne Menschen oft !
Den jungen Mann von einem Agriturismo beim Nuraghe Mannu, den musst du dir halt vorstellen : helle Haut, kohlschwarze große sanfte Augen, meterlange Wimpern, kohlschwarze Haare plus ebensolchem kleinen Bart, von prenuraghischer Freundlichkeit beim Beantworten einer Frage ... 
....auch die indischen Feigen, die wie ein fleischiges Netz überall die Hänge überziehen ... Oder die vielen Felsgebilde, welche Gesichter, Haltungen, Gesten ausdrücken... Die Natur hat oft Comic-Qualität !

Bergauf bergab durchs Wilde Innere sind wir gefahren ... Hinter fast jeder Haarnadel Kurve lauerte neue Natur, neues Gefels... Neue Berggeister... Wir haben die Nuragher-Dörfer mit ihren Heiligtümern besucht... Inzwischen haben diese Orte christliche Namen, wurden Kirchen dran gebaut wie überall an sogenannten Kraftplätzen , Kraft ist manchmal trotzdem noch vorhanden ... ... Santa Cristina, Santa Vittoria... 

Das Gigantengrab THOMES bei Dorgali ... Als hätten Außerirdische ein Mutterraumschiff vergessen hier, und finden nun nicht mehr zurück ...

Das sensationelle MENHIR - Museum in Laconi .. Prenuraghische Darstellung von MENSCHEN ... Der erste Versuch, sich selbst anzuschauen... Und sich unter die Sterne zu stellen, um mit ihnen und dem Universum zu kommunizieren... Was haben wir doch alles verloren ... ...Auch weibliche Menhire gibt es ..... wie bitte ?  Mit angedeuteten Brüsten, und einem Tor zur Welt unten .... Jawoll :-)

CALA GONONE sieht so aus , wie ich mich an meine Kindheitsmeerurlaube erinnere ... Nachsaison -Charme überall  .. Das tat der Qualität der Muschelsuppe und der Insalata di frutti di mare keinen Abbruch .... Der Wind  fegte über die Veranda, der Mond stieg tropfend aus dem Meer, "buona notte e a domani !"

Ein paar Eindrücke , zum Vergrößern draufklicken :

















Text und Photos ©krista posch 

Montag, 12. September 2016

12.9.2016 Reise (4)



Via Onanesi ... Ist das was Unanständiges ? Sie war zum Ärger meines Navi jedenfalls gesperrt und bescherte mir einen Umweg von herrlicher unglaublich selbstverständlicher Schönheit . Ein Filter von Ocker und salbeigrün lag über allem und tröstete über die zerlöcherte strada provinciale hinweg ... "La crisi" eben ... 

Sagt man Sachsen-Anhaltiner, -Anhalteser, oder -Anhalter ? Wollen die mitgenommen werden ..? Also zwei sind jedenfalls heute nach Florenz gefahren, nachdem sie sich im schönsten Sächsisch beim Frühstück mit mir unterhalten haben .

Diese Namen unterwegs ... Terra Etrusca... Via Aurelia... Tuscania ... Irgendwie aus Schulbüchern bekannt ... Und jetzt bin ich in Civitavecchia, diesem Riesenhafen, Roms Hafen, wo morgens und abends die italienische Hymne erschallt, wenn da die Fahne gehisst oder eingezogen wird, so erklärte mir eine schöne Frau auf einem Mäuerchen, die zusammen mit ihren Kindern die untergehende Sonne genoss, und jeden Abend hierher kommt - é la mia cittá - früher war es ihr Vater, der für die Fahne zuständig war. Während ihrer Erzählung haben mich gefühlte 30 Mücken attackiert ...

Die Arkaden unter denen ich eine Pizza esse und ein Nastro Azzurro Bier trinke müssen den gleichen Mussolini-Architekten gehabt haben wie die Arkaden hinter dem Siegesdenkmal in Bozen ... Ebenso die Häuser, die abends alle golden leuchteten in diesem unglaublichen Abendlicht ..

Civitavecchia , hab ich gelesen , wurde von den Alliierten  in Schutt und Asche gelegt, obwohl es eine Hochburg der RESISTENZA war ...







Text und Photos ©krista posch

Samstag, 10. September 2016

10.9.2016 Reise (3) ... Zweiter Versuch

LEIDER HAT SICH DER REISEBERICHT HEUTE PLÖTZLICH SELBST GELÖSCHT .... Hier was davon übrig ist ... 


Die ganze Gegend hier ist thermal unterwandert .. Es gibt Reste von einer riesigen Mühlenanlage , das Wasser wurde für alles was gut und nötig war verwendet und in der Riesenwanne am Dorfplatz badeten schon Lorenzo IL Magnifico und Pius der II. 
Die zukünftige Heilige Katherina wurde von ihren Eltern hier hergeschleppt damit sie auf andere Gedanken kommt als ins Kloster gehen zu wollen, sie hat sich dann laut Legende an die heißeste Stelle der Quelle gesetzt und sich somit gequält , um sich gegen ihre Eltern durchzusetzen.. Noch heute sehen besonders Begabte ihren Schatten durchs Heissbecken schweben ..

Ein Netz von Heilwasser also unter der kleinen Stadt... Das Netz vom GPS ist weniger fit hier und ich konnte einen Amerikaner mit Mühe davon abhalten , seinem Navi in den Fluss zu folgen, wo es seit der Römer Zeit nur mehr Reste einer Brücke über die Orcia gibt , aber das hat sich zur NSA oder zu wem auch immer noch nicht durchgesprochen .

Die Aliens knallbunt auf ihren Motocross Rädern musst du dir auch vorstellen, sie donnerten in einer Staubwolke an mir vorbei, und daß die beiden keine Roboter waren sah ich an der wahrscheinlich freundlich grüßenden Hand des einen . 

Wunderschönen Elstern bin ich begegnet auf meiner Wanderung... Durch einen Schilfwald zu den Türkisen Thermalbecken gegangen...Einen verlassenen Marmorbruch und seine Hallen und Gerätschaften hab ich inspiziert. Es muss Zeiten gegeben haben, wo die leere Lagerhalle bunt und lebendig benutzt wurde wie man an Wandschmuck und - Botschaften sehen kann , siehe Fotos, und jetzt wächst allmählich alles zu , die Natur holt sich ihren Raum zurück, überhaupt gibt es Stellen, die sind Urwald und von der Welt und der italienischen Regierung vergessen, wie so sieht es aus auch der so hübsche Ort Rocca d'Orcia, aber das tut ihm gut ...  und manchmal hätte ich mich heute nicht gewundert , wenn ich , wie im Roman von M.Haushofer ( hieß  sie so ? ), plötzlich an eine unsichtbare Wand gerannt wäre und auf ewig in der Valle d'Orcia bleiben dürfte .

Hier ein paar Bilder :











Text und Fotos ©krista posch

Donnerstag, 8. September 2016

8.9.2016 Reise (2)

MOZART stand an der Straße , der Namen eines Weingutes unterwegs . Ich brauchte einen Moment  um über den BRUNELLO im Don Giovanni einen Zusammenhang herstellen zu können ..
Diese Strecke zwischen Florenz und Montalcino ...ein Geschenk ... Langsam fahren und alles trinken, was Augen und Herz aufnehmen können, nach diesem langen Nicht-Sommer in München ..
Die verblühten vertrockneten Sonnenblumen auf den Feldern , schwer von Samen , viele unterschiedliche Gelbtöne...wie von van Gogh ...
Und immer dieses Silbergrün der Olivenbäume vor den Hügeln , die mal fast schneeweiß sind, mal grün mal ocker und sich in Wellen über das Land legen und vor Fruchtbarkeit stöhnen  .. Oder ist es die lange Trockenheit die kürzlich doch begossen wurde...  Wein steht neben Wein Spalier und alles was gut und saftig ist und sich San Giovese oder Brunello nennt , hängt daran.
Zypressen stehen als strenge Hüter um die Weingüter herum oder sammeln sich düster in kleinen Wäldern ... BÖCKLINS Toteninsel fällt mir spontan ein bei dem Anblick ... An RILKE Texte muss ich auch denken in dieser Landschaft ... Hier nur mit dem IPhone bewappnet ist das verlinken oder kopieren von passenden Texten nicht so leicht und im Moment zu umständlich ... Du kannst sicher selbst im Netz nach der Duineser Elegie zB suchen, von Rilke, auch von mir gesprochen einen Ausschnitt, auf SoundCloud unter "musicsinger" (das bin ich) ... oder ein Bild der Toteninsel zum Erinnern...

In Montalcino auf der Fortezza saß ich gerade ... Ein Rundblick, der einen verstummen oder jubilieren lässt oder stumm jubilieren ...

Auf den Zinnen standen heut die vier Musketiere, italienische Ausgabe ...

Die Festtage des Honigs werden im Festungshof gerade vorbereitet, jetzt, fürs Wochenende ... Und der STURM von Shakespeare wehte hier auch schon durch , eine neapolitanische Fassung von Montalcinos Ehrenbürger, dem großartigen Komödianten  Eduardo de Filippo, der das Stück im Innenhof zur Aufführung brachte, 1983.... Auf NEAPOLITANSCH ! Großartig ....

... hier vor dem B&B meldet sich gerade wieder der Aufpasser auf vier Pfoten, wieder eine Sie, Clotilde ... 
Vor meinem kleinen Zimmer blüht und sprießt es und die schöne Annalisa , die wie auch ihr Sohn aus einem Botticelli Bild zu stammen scheint, will es ihren Gästen unvergesslich angenehm machen ... Und das alles mit diesem wunderbaren weichen Italienisch dieser Gegend ...
Nicht nur einmal gab es hier ja schon Schwierigkeiten, weil freundliche Montalcinenser im 13. und 14. Jh Gäste aufgenommen haben, allerdings Flüchtige aus Siena, das sich immer wieder mit Florenz um dieses Stadtkleinod raufte ........ Siehe Wikipedia , der Eintrag lässt sich nicht herkopieren ...

Ein paar Eindrücke von heute ..














Text und Fotos ©krista posch

Mittwoch, 7. September 2016

7.9.2016 Reise

Ob das mit dem IPhone klappt ... Blog-Versuch ... All die Bilder während der Fahrt von Faenza hierher ins ChiantiTal musst Du Dir vorstellen... Wenn ich da schon dauernd fotografiert hätte wär ich noch nicht in diesem B&B gelandet, hier in den Hügeln ... Die Straße über den kleinen Pass war herbstlich schon und dekadent und halbtot halb lebendig . Die Fonte del Alpe sicher ein Kraftplatz immer noch, das Hotel daneben eine wildromantische Bruchbude. Den Turm mit dem Zweig auf dem Hut, den musst du dir auch vorstellen, er sah verwegen aus und irgendwie tirolerisch, was ja nicht sein konnte .. Die alten Männer vor der Bar oder Tabaktrafik oder beidem zusammen musst du dir denken, ich fuhr vorbei und sah sie gestikulieren und hörte sie lachen und schimpfen wie sie es seit ewig machen, ihr eigenes herrliches Klischee ... An einer Haltestelle mitten im Nirgendwo standen schwarze junge Menschen in modischen Kleidern und warteten auf den Schulbus und den Pfau der zwischen den Olivenbäumen promenierte und erstaunt innehielt als ich vor ihm parkte den musst du dir auch vorstellen... In Corte di Valle wiederum hat mich Mathilde links liegen lassen, die weiß weise Hündin, die Hüterin des Weingutes, und die erst protestiert als ich mich auf die freundlicherweise auf einem Pinienast angebrachte Schaukel setzte und ins Abendlicht schwingen konnte ... Die ist zu sehen...Matilde... Auch die hübsche Nachttischlampe... Die Fichi d'india ... Das Abendlicht auf den Hügeln ... Die überaus bunte Bar direkt an der Straße unterwegs mit einem überdimensionalen panino mit gefühlten 500gramm San Daniele und ebensoviel Pecorino für drei Euro fuffzig ... Die Schwedin die hier alles managed antwortet immer auf Italienisch wenn ich sie reflexhaft immer wieder auf deutsch anspreche ... Die beiden jungen Schweden die hier zum Abendessen zwei Flaschen Chianti tranken wurden immer lauter und mussten sich zumindest auf keine Fremdsprache mehr konzentrieren. ...
Mein Zimmer heißt BEATRICE , Dante ist ja nicht weit ....