Am farbigen Abglanz haben wir das Leben
(Goethe)
...Salzburg ist in Stimmung...
....sommerliches Lustwandeln, Schweiss unter schlecht sitzenden Toupets, sonnenbankgebräunte Gräfliche, erwartungsfrohes Fächeln, eine japanische Klasse in Schuluniform, Damen der Gesellschaft, Security sucht Sicherheitsabstand zu Intendanten, Peter Sellers streckt seine Fühler hoch, Star-Pianisten genehmigen Fan-Selfies, Fürstinnen stehen herum, Jan und ich ebenso, und über allem thront die Festung, aus der es auch ohne Vorstellung am Domplatz immer Jeeedermaaaann zu schallen scheint . Die Sponsoren, die wir alle political correcterweise boykottieren, flattern im warmen Abendwind über Kühlem und Spritzigem.
Kurz von München nach Salzburg gefahren, um mich in Wahn und Weh und Vöglein und tote Herzkammern und Heine und Lenau und zwei Grenadiere und Nonnen und Sonnen hinein zu tauchen und „in der schönen Wiege der Leiden“ zu landen… in mir schwirrt ein ganzer Schumann´scher Kosmos jetzt, der heute Abend bei den Festspielen aufgeblüht ist in Form von zwei inzwischen grau gewordenen Buben im Frack, zwei Ausnahme-Musikerkünstlern, einer singt und einer spielt Klavier, und so einfach wie ich es hier sage ist es auch . So einfach wie grandios : Der Bariton Christian Gerhaher mit seinem langlangjährigen Klavierbegleiter Gerold Huber und einem Liederabend .
Christian Gerhaher hat eine Art zu singen, die mich schachmatt setzt vom ersten Ton an, eine Klarheit, eine Reinheit kommt aus dieser männlichen Stimme, die so wandlungsfähig ist, hell, verinnerlicht, dunkel, kraftvoll, zart, zornig, sehnsuchtsvoll … Er packt seine Seele in seine Stimme. Er lässt seine Seele durch die Stimmbänder gleiten und alle Töne, die die Atemluft erzeugt, verwandeln sich in den klarsten und wahrhaftigsten Sinn, den der Dichter seinen nun gesungenen Worten auch wirklich geben wollte. Versteht man das? Mir fiel es gerade auf diese Weise ein.
Und - schwärme ich hier? Nein, ich will einfach nur sagen, was ist. Ich kenne keinen Sänger, der mich mit seiner ART was auch immer zu singen, so be-rührt, egal ob auf Tonträger oder live. Unvergessen sein ORFEO - wer als er soll ihn darstellen - in der gleichnamigen Oper von Monteverdi, vor ein paar Jahren im Prinzregententheater, München.
Gerold Huber lebt die Lieder, lässt die Töne an des Sängers Herz, ja, an sein Herz branden, dieses leitet sie hinauf zur Zunge und lässt geformt gefühlt gedacht herausströmen, was zu singen und zu sagen ist. Und Huber hat endlos Nachschub, er ist das Sprungbrett für Gerhaher, das Auffangnetz auch.
Eine FREUDE, die beiden singspielen zu sehen.
| Huber & Gerhaher beim endlosen Applaus
Festspiele en passant :
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| Es ist viel zu heiss ......aber heute bin ich "Fan".... |
PAUSE
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Webseite von >>> gerhaher
Die SZ schrieb vor einem Jahr über >>>gerold huber
was wikipedia über die geschichte der >> salzburger festspiele weiss


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