zwischen gestern abend und heute vormittag
vom film wolkenbruchs wunderliche reise in die arme einer schickse zu igor levit
zu beethoven
von jüdischem humor und coming of age zu einem wundermenschen an den tasten
durch den carl orff saal fliegt zu beginn des films eine stinkbombe und schmälert die vorfreude auf den hit aus der schweiz nicht
es beleidigt die nase und macht das herz traurig über nicht zu bremsenden und gar nicht mehr subtilen antisemitismus
im prinzregententheater stille unter der stille bei den vier sonaten die aus levits herz und fingern und dem maul des flügels schweben dröhnen tanzen swingen sich verfolgen weinen auseinander stieben hochfliegen über die decke hinaus und mich durchfluten und durchklingen mit farben und formen und lichtwellen aller arten
die dame vor mir spielt das ganze erste stück mit
die linke hand auf der rechten um diese zu bremsen
es nützt nichts erst ihre tasche auf den musikalischen fingern gebietet einhalt
im foyer viele wunderkindaspiranten mit eltern
jüngeres publikum als sonst
sie kennen ihren igor aus den sozialen netzwerken auch
den engagierten der den mund aufmacht gegenüber dem ungeist der tage
den albernen der mit ihnen die lust an blödeleien teilt
ein kleines stück von schostakowitsch rate ich ist die zugabe
klingt wie filmmusik zum comic vom rosaroten panther und wird von igor levit genauso ernsthaft dargeboten wie beethoven
auf dem weg nach hause lächelt mir ein kind zu und verdreht sich nach mir und verliert seinen schnuller
der friedensengel verschwindet hoch oben im nebel über münchen
er ist dennoch präsent
und tut seinen dienst
(c)krista posch
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