Dienstag, 30. Oktober 2018

Tagebuch 30.10.2018 ....



LADY GAGA

In die Erinnerungen, Sehnsüchte, Träume, Verzweiflungen aus meiner Mädchenzeit hab ich mich heute 100 Minuten lang hineinfallen lassen... Lady Gaga und Bradley Cooper haben das geschafft mit ihrem Film A Star Is Born..

… Meine frühesten Tagebücher waren voll mit bitte lass mich Sängerin werden bitte lass mich Schauspielerin sein und bitte lass mich beides sein… 
An wen immer die Bitten damals gerichtet waren - es sollte vorher jedenfalls anderes erfüllt und getan sein …. Die Reihenfolge der Ereignisse in meiner Biografie ist unorthodox und stimmt dennoch. So ist sie. Und eben nicht anders. 

Wie dankbar und froh ich bin, mich spät aber doch von einem Tag auf den anderen auf den Weg gewagt zu haben, …mit 31 auf die Schauspielschule nach Wien.
Vor vielen Menschen singen, spielen, viele „Selbste“ sein wollte ich, ich allein war mir zu wenig… 
Wie froh und dankbar ich bin, dass das, was dabei erst mal zerbrach, liebevoll heil und gesund wurde...
Wie schön, dass ich wirklich singen und spielen und viele sein durfte/darf… 

Und so kamen sie, Chaja in Ghetto, ShenTe/ShuiTa im Guten Menschen von Sezuan… singen und spielen… Rosalind, Marie, Mascha, Terry, Paulina, Irma, Sandy, Dora, Lena, Moid, Angelika … unzählige Verwandlungen, die Anderen in mir sein… Chansonabende, eigene Projekte, Fernsehrollen,  Gast-sein in Theatern weg von zu Hause, wo auch immer das war . Spielen und singen. Im Glück. im Unglück. 

All das kam hoch im Kino, während Lady Gaga sich ent-puppte… während Bradley Cooper warnte, sie solle sich nicht verleugnen, sie solle authentisch bleiben, und sich dabei zu Tode soff .

Wie staunend froh ich dafür bin, dass auch der Moment kam, wo das Mich-Zeigen mal in den Hintergrund tritt, wo das Schauen wichtiger wird, jenseits von großer oder kleiner Bühne, das Spüren, das Erfühlen dessen was ein Anderer, der mich sucht und findet, braucht, was ich diesen bei mir Unterstützung-Suchenden geben kann… was ich zu ihrem Er-LEBEN beitragen kann… wie ich mich dann auch ohne Scheinwerfer und Bühne so gänzlich ganz fühle . ..

Wie dankbar ich bin, dass ich auf so Vieles neugierig bin, und dass ich mich in realen Anderen neu kennen lerne .



Es lebe das Leben ! Es lebe das Spiel !




2018, Porträt (c)Steffi Henn
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1981 am Max-Reinhardt-Seminar, Wien
in "Kindsmord" von  Peter Turrini

Im Kindergarten als Frühling
inmitten von Schmetterlingen und Blumen 


>>  Trailer: A Star Is Born 


beim Draufklicken vergrössern sich die Bilder 


2 Kommentare:

  1. Es klingt wunderbar, wie sich alles gefügt hat und Träume sich realisieren konnten!
    Wie eine Entwicklung entstand über die Vision, sich über "andere" zu erweitern,
    dann neu zu sich zu finden und in sich Reichtum zu finden.
    Schon lange bin ich neugierig, die Identität von Schauspielern zu erfassen.
    Interessant in diesem Zusammenhang die Erfahrung von Jamie Lee Curtis:
    "Als junge Frau wusste ich nicht, wer ich war. Und deswegen war dieser Beruf eine phantastische Sache. Denn du kannst ständig so tun, als ob du ein anderer Mensch wärst, und sogar das Leben eines anderen Menschen leben. Du kannst in eine andere Identität eintauchen. Aber als ich dann endlich nach langen Jahren der Suche meine Mitte gefunden hatte, wollte ich meine eigene Identität nicht mehr ablegen, um eine Rolle zu spielen..." FAZ 21.10.18/Leben

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    1. Danke für das schöne Feedback * Kann mit dem Zitat von JLC viel anfangen :-) Gut gewählt *

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