Montag, 21. November 2016

20./21.11.16 WIR WERDEN GEHEN, UNS KÜSSEN, ALTERN




Der schwarze Gartenweg am Meer
Glänzt unterm Licht der gelben Laternen.
Ich bin ganz ruhig. Nur soll man nicht
Von ihm mir sprechen.
Du bist mein Freund, bist sanft und treu,
Wir werden gehen, uns küssen, altern...
Und leichte Monde überfliegen uns 
wie Schneekristalle.
(Anna Achmatowa, Nachgedichtet von Sarah Kirsch)



Wir werden gehen, uns küssen, altern . So einfach, so wahr .... Die Worte standen über der inspirierten Bühne von Katja Hass, in kyrillischer Schrift . Als Leitmotiv für Tschaikowskis "Lyrische Szenen" ... Eugen Onegin. 



***


Der Taxifahrer holt mich am morgen vom Hotel NIZZA ab . Stumm sitzt er am Steuer . Ich frage nach einer Weile, woher er kommt. Vor 24 Jahren ist er aus Pakistan hierher, sein Sohn studiert an der Uni in Darmstadt, der Kleine geht dort zur Schule, die Kinder lachen den Vater wegen seiner Grammatikfehler aus, er hat alles auf der Strasse gelernt, ohne Schule, seine Frau ist vor sechs Jahren bei einem Brand im Odenwald aus dem dritten Stock des Wohnhauses heruntergestürzt und wird nie mehr richtig gesund werden, seine 98-jährige Mutter lebt auch bei ihnen, Ihr Deutschen habt eine ganz andere Kultur als wir in Pakistan, wir stecken niemanden ins Altenheim, die Familie muss zusammenbleiben, das ist das Wichtigste, nicht das Geld ... Bei uns suchen die Eltern die Braut für den Mann aus, wenn er nicht sucht, müssen wir das machen.. Als wir in der Bertramstrasse ankommen sage ich vorsichtig, der Sohn dürfe aber bitte selbst entscheiden, wen er liebt. Er nickt . Er verspricht es mir quasi...



***


Der eher kleine Hessische Rundfunk ist in einem Gebäude untergebracht, in welchem eigentlich der Bundestag sitzen sollte, seinerzeit, als Frankfurt mal als Hauptstadt angedacht wurde… aha. Adenauer gefiel es dann doch in Bonn besser, und die sogenannte Gold-Halle und alles was dazu gehört wurde in den HR verwandelt … Man darf mich korrigieren, die freundliche Besetzungsdame hat mir das zwischen Pforte und Hörspiel-Studio im 3.Stock aber so erklärt.   

(wikipedia : Im Stadtteil Dornbusch bezog der junge Sender 1951 seine neuen Räumlichkeiten, die eigentlich als Sitz des Deutschen Bundestages geplant und zum Teil bereits im Rohbau fertiggestellt waren. Am 10. Mai 1949 entschied sich der „Parlamentarische Rat“ gegen Frankfurt und bestimmte Bonn zur provisorischen Bundeshauptstadt. Der sogenannte „Rundbau“, in dem bis 1999 alle Hörfunkstudios untergebracht waren, sollte ursprünglich als Plenarsaal des Deutschen Bundestages genutzt werden. Der Rundbau wurde in Anlehnung an die gleichfalls rundeFrankfurter Paulskirche errichtet, um an die Paulskirchenverfassung von 1848 zu erinnern. An diese dem Gebäude zugedachte Funktion erinnert heute noch die denkmalgeschützte „Goldhalle“, die der Vorraum zum Plenarsaal des Bundestags hätte werden sollen und heute als Ausstellungsraum und als Teil des Foyers vom später seitlich angebauten hr-Sendesaal dient. )

Gold-Halle im HR 


„Otto der Grossaktionär“ nach einem Roman von Gisela Elsner - Die Unberührbare ihres Sohnes Oskar Röhler hat sie mir seinerzeit vor Augen geführt, genial verkörpert von Hannelore Elsner, nicht verwandt oder verschwägert, aber vorher war die Schriftstellerin mir kein Begriff ... also, „Otto der Großaktionär“ mit seinen fünf Aktien in der grandiosen Bearbeitung von Patricia Görg, in der Der Gestank und Die Reitpeitsche als Personen auf der Besetzungsliste stehen, ( beim ersten Durchlesen schwankte ich permanent zwischen Lachen und ist das grausig-sagen ) wurde von mir als strippenziehende Erzählerin, die sich in ihren Elsnerschen Schachtelsätzen nicht verlieren durfte, alleine im Studio aufgenommen… 

All den wunderbaren Kollegen und -Innen begegne ich diesmal also nicht : Corinna Kirchhoff, Jürg Löw, mit dem ich einen kalten Schwedensommer lang gedreht habe, Nico Holonics, mit dem ich für Gerd Krogmann schon in der Badewanne saß und nachher war das ganze Studio nassgespritzt, Ernst Konarek, Milan Peschel, Astrid Meyerfeldt und und und …  



***


Mit einem Taxifahrer aus Indien - Waren Sie schon mal dort? Nein - fuhr ich wieder zum Bahnhof . 




Der ICE wurde mehrere Male auf zwei verschiedenen Bahnsteigen und Gleisen angekündigt, so kam ich am Nachmittag noch zu ein bisschen hektischer Deutsche-Bahn-Gruppen-Gymnastik …. 




text und photos (c) krista posch





Samstag, 29. Oktober 2016

Dr.Strange und der Teufel mit den drei goldenen Haaren


Benedict Cumberbatch , Foto (c) Jason Bell,
(aus der Süddeutschen Zeitung vom 29.10.)

Ich weiss nicht, warum mir vorhin spontan "Der Teufel mit den drei goldenen Haaren" einfiel ....

Einer jungen Dame und ein bisschen auch meiner Neugier zuliebe war ich neulich in "Dr.Strange"
Hatte noch nie vorher von Marvel Comics gehört . 

Wie Cumberbatch nach eigener Aussage zum Zeitpunkt dieses Rollenangebots auch nicht ....
Ich war in meiner Kindheit aber eine eifrige Comic-Leserin ... eher die "braven" Comics allerdings, wie Micky Maus oder Fix und Foxi oder was ich halt so lesen durfte.

Nun also Dr. Strange. (OmU)


Hamlet und Sherlock als arroganter Neurochirurg auf "spirituellem" Trip hat mich gereizt. Tilda Swinton als äusserlich und innerlich leuchtende "Zauberin" ebenso.



Tilda Swinton, hier mit Haarschopf (foto aus dem netz)


Mads Mikkelsen dann noch als superböser abtrünniger Weltzerstörer - was sollte schief gehen..


Mads Mikkelsen, hier als solcher erkennbar....


Der Film war ein bisschen wie Harry Potter, der sich als Erwachsener mit einer freundlichen Version des Grimm´schen Teufels mit den drei goldenen Haaren trifft, wobei die sehr kleidsame Glatzenmaske von Tilda kein einziges Haar ziert .Cumberbatch und Swinton kann ich lange zusehen, einzeln und gemeinsam. Sie haben beide eine Art zu spielen, zu sprechen, eine Ausstrahlung, eine "Schönheit", eine Besonderheit, die vielen Schauspielern fehlt... und dem erliege ich gerne..

Ansonsten viiiiiel redundantes Geknalle und Herumfliegen, mit und ohne Zaubermantel, sich einrollende Häuser und wie Kaleidoskope aufplatzende Dimensionen, wovon ich mich GERNE faszinieren hätte lassen, aber zuviel ist zuviel.

Anna und ich hätten auch gerne MEHR gelacht, Selbstironie und überhaupt Humor kamen leider zu kurz. 
ABER ... Cumberbatch mit und ohne Bart, kindisch oder erwachsen, verdreckt oder im Smoking kann man lange zuschauen - und zuhören ! ...und sich dabei heimlich auf seinen neuen Sherlock freuen dabei ;-)  


ICH MUSSTE ERST MAL HAMLET SEIN sagt BC im heutigen Interview in der SZ , und weiter :

"Das Problem: Diese riesige Marvel-Maschinerie funktioniert nach einem sehr strengen Rhythmus. Jeder Film hat schon Jahre, bevor er überhaupt gedreht wird, einen festen Kinostarttermin. Was zur Folge hatte, dass die Dreharbeiten zu "Doctor Strange" genau in jene Zeit gefallen wären, in denen ich in London als Hamlet auf der Bühne stehen wollte......
Die haben natürlich erst mal ziemlich geschluckt, dass sie ein Schauspieler versetzt, weil er lieber auf die Theaterbühne will. Aber gerade diese Entscheidung hat sie wohl noch mal zusätzlich angefixt, denn dann haben sie etwas gemacht, was sie noch nie für einen Schauspieler getan haben: Der Kinostart und damit der Drehplan wurden um ein paar Monate verschoben, sodass ich erst auf die Bühne und dann ans Set konnte...."



BC als HAMLET , (c) Independent.co.uk 



text (c) krista posch

Einfach wegen meiner Erwähnung hier das Grimm-Märchen.... irgendwie doch eine Art Dr.Strange darin ;-)  :



Der Teufel mit den drei goldenen Haaren

Es war einmal eine arme Frau, die gebar ein Söhnlein, und weil es eine Glückshaut umhatte, als es zur Welt kam, so ward ihm geweissagt, es werde im vierzehnten Jahr die Tochter des Königs zur Frau haben. Es trug sich zu, daß der König bald darauf ins Dorf kam, und niemand wußte, daß es der König war, und als er die Leute fragte, was es Neues gäbe, so antworteten sie ›es ist in diesen Tagen ein Kind mit einer Glückshaut geboren: was so einer unternimmt, das schlägt ihm zum Glück aus. Es ist ihm auch vorausgesagt, in seinem vierzehnten Jahre solle er die Tochter des Königs zur Frau haben.‹ Der König, der ein böses Herz hatte und über die Weissagung sich ärgerte, ging zu den Eltern, tat ganz freundlich und sagte ›ihr armen Leute, überlaßt mir euer Kind, ich will es versorgen.‹ Anfangs weigerten sie sich, da aber der fremde Mann schweres Gold dafür bot und sie dachten ›es ist ein Glückskind, es muß doch zu seinem Besten ausschlagen,‹ so willigten sie endlich ein und gaben ihm das Kind.
Der König legte es in eine Schachtel und ritt damit weiter, bis er zu einem tiefen Wasser kam: da warf er die Schachtel hinein und dachte ›von dem unerwarteten Freier habe ich meine Tochter geholfen.‹ Die Schachtel aber ging nicht unter, sondern schwamm wie ein Schiffchen, und es drang auch kein Tröpfchen Wasser hinein. So schwamm sie bis zwei Meilen von des Königs Hauptstadt, wo eine Mühle war, an dessen Wehr sie hängen blieb. Ein Mahlbursche, der glücklicherweise da stand und sie bemerkte, zog sie mit einem Haken heran und meinte große Schätze zu finden, als er sie aber aufmachte, lag ein schöner Knabe darin, der ganz frisch und munter war. Er brachte ihn zu den Müllersleuten, und weil diese keine Kinder hatten, freuten sie sich und sprachen ›Gott hat es uns beschert.‹ Sie pflegten den Findling wohl, und er wuchs in allen Tugenden heran.
Es trug sich zu, daß der König einmal bei einem Gewitter in die Mühle trat und die Müllersleute fragte, ob der große Junge ihr Sohn wäre. ›Nein,‹ antworteten sie, ›es ist ein Findling, er ist vor vierzehn Jahren in einer Schachtel ans Wehr geschwommen, und der Mahlbursche hat ihn aus dem Wasser gezogen.‹ Da merkte der König, daß es niemand anders als das Glückskind war, das er ins Wasser geworfen hatte, und sprach ›ihr guten Leute, könnte der Junge nicht einen Brief an die Frau Königin bringen, ich will ihm zwei Goldstücke zum Lohn geben?‹ ›Wie der Herr König gebietet,‹ antworteten die Leute, und hießen den Jungen sich bereit halten. Da schrieb der König einen Brief an die Königin, worin stand ›sobald der Knabe mit diesem Schreiben angelangt ist, soll er getötet und begraben werden, und das alles soll geschehen sein, ehe ich zurückkomme.‹
Der Knabe machte sich mit diesem Briefe auf den Weg, verirrte sich aber und kam abends in einen großen Wald. In der Dunkelheit sah er ein kleines Licht, ging darauf zu und gelangte zu einem Häuschen. Als er hineintrat, saß eine alte Frau beim Feuer ganz allein. Sie erschrak, als sie den Knaben erblickte, und sprach ›wo kommst du her und wo willst du hin?‹ ›Ich komme von der Mühle,‹ antwortete er, ›und will zur Frau Königin, der ich einen Brief bringen soll: weil ich mich aber in dem Walde verirrt habe, so wollte ich hier gerne übernachten.‹ ›Du armer Junge,‹ sprach die Frau, ›du bist in ein Räuberhaus geraten, und wenn sie heim kommen, so bringen sie dich um.‹ ›Mag kommen, wer will,‹ sagte der Junge, ›ich fürchte mich nicht: ich bin aber so müde, daß ich nicht weiter kann,‹ streckte sich auf eine Bank und schlief ein. Bald hernach kamen die Räuber und fragten zornig, was da für ein fremder Knabe läge. ›Ach,‹ sagte die Alte, ›es ist ein unschuldiges Kind, es hat sich im Walde verirrt, und ich habe ihn aus Barmherzigkeit aufgenommen: er soll einen Brief an die Frau Königin bringen.‹ Die Räuber erbrachen den Brief und lasen ihn, und es stand darin, daß der Knabe sogleich, wie er ankäme, sollte ums Leben gebracht werden. Da empfanden die hartherzigen Räuber Mitleid, und der Anführer zerriß den Brief und schrieb einen andern, und es stand darin, sowie der Knabe ankäme, sollte er sogleich mit der Königstochter vermählt werden. Sie ließen ihn dann ruhig bis zum andern Morgen auf der Bank liegen, und als er aufgewacht war, gaben sie ihm den Brief und zeigten ihm den rechten Weg. Die Königin aber, als sie den Brief empfangen und gelesen hatte, tat, wie darin stand, hieß ein prächtiges Hochzeitsfest anstellen, und die Königstochter ward mit dem Glückskind vermählt; und da der Jüngling schön und freundlich war, so lebte sie vergnügt und zufrieden mit ihm .
Nach einiger Zeit kam der König wieder in sein Schloß und sah, daß die Weissagung erfüllt und das Glückskind mit seiner Tochter vermählt war. ›Wie ist das zugegangen?‹ sprach er, ›ich habe in meinem Brief einen ganz andern Befehl erteilt.‹ Da reichte ihm die Königin den Brief und sagte, er möchte selbst sehen, was darin stände. Der König las den Brief und merkte wohl, daß er mit einem andern war vertauscht worden. Er fragte den Jüngling, wie es mit dem anvertrauten Briefe zugegangen wäre, warum er einen andern dafür gebracht hätte. ›Ich weiß von nichts,‹ antwortete er, ›er muß mir in der Nacht vertauscht sein, als ich im Walde geschlafen habe.‹ Voll Zorn sprach der König ›so leicht soll es dir nicht werden, wer meine Tochter haben will, der muß mir aus der Hölle drei goldene Haare von dem Haupte des Teufels holen; bringst du mir, was ich verlange, so sollst du meine Tochter behalten.‹ Damit hoffte der König ihn auf immer los zu werden. Das Glückskind aber antwortete ›die goldenen Haare will ich wohl holen, ich fürchte mich vor dem Teufel nicht.‹ Darauf nahm er Abschied und begann seine Wanderschaft.
Der Weg führte ihn zu einer großen Stadt, wo ihn der Wächter an dem Tore ausfragte, was für ein Gewerbe er verstände und was er wüßte. ›Ich weiß alles,‹ antwortete das Glückskind. ›So kannst du uns einen Gefallen tun,‹ sagte der Wächter, ›wenn du uns sagst, warum unser Marktbrunnen, aus dem sonst Wein quoll, trocken geworden ist, und nicht einmal mehr Wasser gibt.‹ ›Das sollt ihr erfahren,‹ antwortete er, ›wartet nur, bis ich wiederkomme.‹ Da ging er weiter und kam vor eine andere Stadt, da fragte der Torwächter wiederum, was für ein Gewerb er verstünde und was er wüßte. ›Ich weiß alles,‹ antwortete er. ›So kannst du uns einen Gefallen tun und uns sagen, warum ein Baum in unserer Stadt, der sonst goldene Äpfel trug, jetzt nicht einmal Blätter hervortreibt.‹ ›Das sollt ihr erfahren,‹ antwortete er, ›wartet nur, bis ich wiederkomme.‹ Da ging er weiter, und kam an ein großes Wasser, über das er hinüber mußte. Der Fährmann fragte ihn, was er für ein Gewerb verstände und was er wüßte. ›Ich weiß alles,‹ antwortete er. ›So kannst du mir einen Gefallen tun,‹ sprach der Fährmann, ›und mir sagen, warum ich immer hin- und herfahren muß und niemals abgelöst werde.‹ ›Das sollst du erfahren,‹ antwortete er, ›warte nur, bis ich wiederkomme.‹
Als er über das Wasser hinüber war, so fand er den Eingang zur Hölle. Es war schwarz und rußig darin, und der Teufel war nicht zu Haus, aber seine Ellermutter saß da in einem breiten Sorgenstuhl. ›Was willst du?‹ sprach sie zu ihm, sah aber gar nicht so böse aus. ›Ich wollte gerne drei goldene Haare von des Teufels Kopf,‹ antwortete er, ›sonst kann ich meine Frau nicht behalten.‹ ›Das ist viel verlangt,‹ sagte sie, ›wenn der Teufel heim kommt und findet dich, so geht dirs an den Kragen; aber du dauerst mich, ich will sehen, ob ich dir helfen kann.‹ Sie verwandelte ihn in eine Ameise und sprach ›kriech in meine Rockfalten, da bist du sicher.‹ ›Ja,‹ antwortete er, ›das ist schon gut, aber drei Dinge möchte ich gerne noch wissen, warum ein Brunnen, aus dem sonst Wein quoll, trocken geworden ist, jetzt nicht einmal mehr Wasser gibt: warum ein Baum, der sonst goldene Äpfel trug, nicht einmal mehr Laub treibt: und warum ein Fährmann immer herüber- und hinüberfahren muß und nicht abgelöst wird.‹ ›Das sind schwere Fragen,‹ antwortete sie, ›aber halte dich nur still und ruhig, und hab acht, was der Teufel spricht, wenn ich ihm die drei goldenen Haare ausziehe.‹
Als der Abend einbrach, kam der Teufel nach Haus. Kaum war er eingetreten, so merkte er, daß die Luft nicht rein war. ›Ich rieche rieche Menschenfleisch,‹ sagte er, ›es ist hier nicht richtig.‹ Dann guckte er in alle Ecken und suchte, konnte aber nichts finden. Die Ellermutter schalt ihn aus, ›eben ist erst gekehrt,‹ sprach sie, ›und alles in Ordnung gebracht, nun wirfst du mirs wieder untereinander; immer hast du Menschenfleisch in der Nase! Setze dich nieder und iß dein Abendbrot.‹ Als er gegessen und getrunken hatte, war er müde, legte der Ellermutter seinen Kopf in den Schoß und sagte, sie sollte ihn ein wenig lausen. Es dauerte nicht lange, so schlummerte er ein, blies und schnarchte. Da faßte die Alte ein goldenes Haar, riß es aus und legte es neben sich. ›Autsch!, schrie der Teufel, ›was hast du vor?‹ ›Ich habe einen schweren Traum gehabt,‹ antwortete die Ellermutter, ›da hab ich dir in die Haare gefaßt.‹ ›Was hat dir denn geträumt?‹ fragte der Teufel. ›Mir hat geträumt, ein Marktbrunnen, aus dem sonst Wein quoll, sei versiegt, und es habe nicht einmal Wasser daraus quellen wollen, was ist wohl schuld daran?‹ ›He, wenn sies wüßten!‹ antwortete der Teufel, ›es sitzt eine Kröte unter einem Stein im Brunnen, wenn sie die töten, so wird der Wein schon wieder fließen.‹ Die Ellermutter lauste ihn wieder, bis er einschlief und schnarchte, daß die Fenster zitterten. Da riß sie ihm das zweite Haar aus. ›Hu! was machst du?‹ schrie der Teufel zornig. ›Nimms nicht übel,‹ antwortete sie, ›ich habe es im Traum getan.‹ ›Was hat dir wieder geträumt?‹ fragte er. ›Mir hat geträumt, in einem Königreiche ständ ein Obstbaum, der hätte sonst goldene Äpfel getragen und wollte jetzt nicht einmal Laub treiben. Was war wohl die Ursache davon?‹ ›He, wenn sies wüßten!‹ antwortete der Teufel, ›an der Wurzel nagt eine Maus, wenn sie die töten, so wird er schon wieder goldene Äpfel tragen, nagt sie aber noch länger, so verdorrt der Baum gänzlich. Aber laß mich mit deinen Träumen in Ruhe, wenn du mich noch einmal im Schlafe störst, so kriegst du eine Ohrfeige.‹ Die Ellermutter sprach ihn zu gut und lauste ihn wieder, bis er eingeschlafen war und schnarchte. Da faßte sie das dritte goldene Haar und riß es ihm aus. Der Teufel fuhr in die Höhe, schrie und wollte übel mit ihr wirtschaften, aber sie besänftigte ihn nochmals und sprach ›wer kann für böse Träume!, ›Was hat dir denn geträumt?‹ fragte er, und war doch neugierig. ›Mir hat von einem Fährmann geträumt, der sich beklagte, daß er immer hin- und herfahren müßte, und nicht abgelöst würde. Was ist wohl schuld?‹ ›He, der Dummbart!‹ antwortete der Teufel, ›wenn einer kommt und will überfahren, so muß er ihm die Stange in die Hand geben, dann muß der andere überfahren, und er ist frei.‹ Da die Ellermutter ihm die drei goldenen Haare ausgerissen hatte und die drei Fragen beantwortet waren, so ließ sie den alten Drachen in Ruhe, und er schlief, bis der Tag anbrach.
Als der Teufel wieder fortgezogen war, holte die Alte die Ameise aus der Rockfalte, und gab dem Glückskind die menschliche Gestalt zurück. ›Da hast du die drei goldenen Haare,‹ sprach sie, ›was der Teufel zu deinen drei Fragen gesagt hat, wirst du wohl gehört haben.‹ ›Ja,‹ antwortete er, ›ich habe es gehört und wills wohl behalten.‹ ›So ist dir geholfen,‹ sagte sie ›und nun kannst du deiner Wege ziehen.‹ Er bedankte sich bei der Alten für die Hilfe in der Not, verließ die Hölle und war vergnügt, daß ihm alles so wohl geglückt war. Als er zu dem Fährmann kam, sollte er ihm die versprochene Antwort geben. ›Fahr mich erst hinüber,‹ sprach das Glückskind, ›so will ich dir sagen, wie du erlöst wirst,‹ und als er auf dem jenseitigen Ufer angelangt war, gab er ihm des Teufels Rat ›wenn wieder einer kommt und will übergefahren sein, so gib ihm nur die Stange in die Hand.‹ Er ging weiter und kam zu der Stadt, worin der unfruchtbare Baum stand, und wo der Wächter auch Antwort haben wollte. Da sagte er ihm, wie er vom Teufel gehört hatte, ›tötet die Maus, die an seiner Wurzel nagt, so wird er wieder goldene Äpfel tragen.‹ Da dankte ihm der Wärter und gab ihm zur Belohnung zwei mit Gold beladene Esel, die mußten ihm nachfolgen. Zuletzt kam er zu der Stadt, deren Brunnen versiegt war. Da sprach er zu dem Wächter, wie der Teufel gesprochen hatte, ›es sitzt eine Kröte im Brunnen unter einem Stein, die müßt ihr aufsuchen und töten, so wird er wieder reichlich Wein geben.‹ Der Wächter dankte und gab ihm ebenfalls zwei mit Gold beladene Esel.
Endlich langte das Glückskind daheim bei seiner Frau an, die sich herzlich freute, als sie ihn wiedersah und hörte, wie wohl ihm alles gelungen war. Dem König brachte er, was er verlangt hatte, die drei goldenen Haare des Teufels, und als dieser die vier Esel mit dem Golde sah, ward er ganz vergnügt und sprach ›nun sind alle Bedingungen erfüllt und du kannst meine Tochter behalten. Aber, lieber Schwiegersohn, sage mir doch, woher ist das viele Gold? das sind ja gewaltige Schätze!‹ ›Ich bin über einen Fluß gefahren,‹ antwortete er, ›und da habe ich es mitgenommen, es liegt dort statt des Sandes am Ufer.‹ ›Kann ich mir auch davon holen?‹ sprach der König und war ganz begierig. ›So viel Ihr nur wollt,‹ antwortete er, ›es ist ein Fährmann auf dem Fluß, von dem laßt Euch überfahren, so könnt Ihr drüben Eure Säcke füllen.‹ Der habsüchtige König machte sich in aller Eile auf den Weg, und als er zu dem Fluß kam, so winkte er dem Fährmann, der sollte ihn übersetzen. Der Fährmann kam und hieß ihn einsteigen, und als sie an das jenseitige Ufer kamen, gab er ihm die Ruderstange in die Hand und sprang davon. Der König aber mußte von nun an fahren zur Strafe für seine Sünden.
›Fährt er wohl noch?‹ ›Was denn? es wird ihm niemand die Stange abgenommen haben.‹


Freitag, 30. September 2016

30.9.2016 Reise (7) ... Nachschlag



Das kleine rosa Ding rechts unten bin ich . St.Anton, vor der Oswaldpromenade . Einer der Fixpunkte bei Bozenaufenthalten... Die anderen sind inzwischen das Greif oder das Laurin, und ein Gang durch die Museumsstrasse, nicht zum Ötzi - Museum , sondern zum ehemaligen Athesia-Haus, Nr. 42, im Erker, dritter Stock, da war unser Kinderzimmer . 
Nach vier Wochen herumreisen musste am Rückweg wieder mal EIN Tag BOZEN drin sein. 


Museumstrasse 42, III.Stock 

Blick aus dem Greif auf den Waltherplatz 

Gegenüber meinem Kindheitshaus fiel mir ein tyrolian Sushi Laden auf, was immer das heisst... da gab es irgendwann lang lang ists her ein Geschäft mit Korsagen, Unterwäsche ( un-sexy ) , das Wort Lingerie war in BZ damals wohl nicht bekannt ... und eines Tages musste ich, so mit 16, meine kleinen Brüste von zwei alten Tanten - wahrscheinlich waren sie 33 -  in ein rosarotes spitzes Ungetüm quetschen lassen ... ..war dann auch noch stolz darauf ...



Auch den KOFLER-BUSCHEN daneben gibt es seit Kinderzeit nicht mehr, von unserem Erker konnte man den Eingang zu diesem Beisl mit Gastgarten sehen, wo wir an heißen Sommerabenden mit Family saßen und unsere Oma hatte das unvermeidliche berühmte weiße Körbl voller Leckereien dabei,  kaltes gebratenes Huhn und Salat . Nur die Aranciata und Wein oder Bier mussten gekauft werden ... 
Meine Schwester und ich sind auch mal im Nachthemd dort aufgekreuzt, weil uns irgendeine Ausrede einfiel, Angst zu haben alleine zu Haus ... 


Wie hab ich mich auch bei Tag gefürchtet vor dem Stück Alteisen an der Mauer des Hauses mit dem schönen Ausblick ! ... Eine Bombe hatte lange vor meiner Zeit das Haus in Schutt und Asche gelegt und ein Rest hängt da nun als Warnung seit ewig .. Wen kümmert's ... ...? ...



Bozen hab ich in all den Jahren, seit ich es gegen Wien, Düsseldorf, Zürich, München, und die entsprechenden Bühnen eingetauscht habe, so unzählige Male von allen Seiten fotografiert ... Auch wenn die Läden neue Namen und Besitzer haben -  es ist immer gleich... und immer anders ... 








Text und Bilder (c) krista posch




Samstag, 24. September 2016

23/24.9.2016 Reise (6)


Diese grandiose große magische verrückte laute und stille Insel ... Ciao, Bella Sardegna ! Ich komme wieder ! 

CAPO TESTA en passant erlebt ... Phantastische Steingebilde hoch im Norden ...
Wahrscheinlich heimlich und unerkannt von Max Ernst Dali Picasso hingestellt...
Carlo und Martina aus der Schweiz hab ich vom SelfieMitStange erlöst , er wollte dann auch mit mir fotografiert werden.. Was Capo Testa halt so auslöst ... Bestimmte vom erotischen Wind gebildete Felsen haben sicher ihre Ausstrahlung, wenn abends der Leuchtturm funkelt ...

Bin dankbar, dass ich mir diese Zeit so lange einfach nehmen konnte ... Esse im Freien am Abend des 23. September ... Die Macchia duftet ... Der Abendstern schaut lüstern in meinen Teller... Die brüllenden Männer u  Frauen vom Strand sind nicht da wo ich jetzt grade bin ... Sie vereinnahmten heute alles und führten sich auf, als sei das ihr privates Meer  ...  Ist ihr Geschrei pure Lebenslust oder schiere Langeweile ? ... eher das Letztere ... Na, wer weiß .

Das kleine Mädchen am Tisch gegenüber wischt durch sein digitales Bilderbuch ... Phantasie ist nicht mehr gefragt , alles bewegt sich eh von allein .. Kein Anfassen, kein Blättern... was verbirgt sich hinter der nächsten Seite ?... Alles wird vorgekaut .. Die Mama am Tisch chattet vor sich hin ... 

Der Cannonau ist tiefrot und tut gut nach dem Sonnentag ...

... der letzte Tag auf der Insel ... Vorteil Nachsaison ..

Um Azachena herum steht ein Nuraghendorf neben dem anderen ... Riesengräber... Urige Tempel ... Gottheit war immer ... Kampf darum auch ... Alles strahlt eine Kraft aus, weit stärker, als das Römisch-Griechische, das man im Europäischen hauptsächlich an Gesteinskultur - neues Wort ? -  kennt, und was man uns von klein auf nahe bringt ... 

... Edvard Munch hat im Nuraghe-Albucciu-Hain einen Olivenbaum kreiert ... ? ... ? Der Schrei, dreidimensional ... Bühnenreif .. 

Es ist Abend in OLBIA, im Café Príncipe Umberto sitzen sie mit ihrem Gepäck und süffeln sich eins für die Nacht-Überfahrt zum Stiefel ... Ich bin morgen Mittag dran . 
Der Kir ist warm , die Mücken haben mich zum Fressen gern ... Macht nix . Die Musik ist schlecht und laut . Macht nix . 

Cinema di Olbia zeigt Mainstream, aber am Eingang hängt der Wilde ... 
Was hat Sardinien mit Südtirol gemeinsam ? Zumindest EINEN  bunt bemalten Bauernschrank ...
Meine Brille wird nach 4wöchigem Auf und Ab vom Ottico freundlich gerade gebogen. 
Der Torrone, dieses köstlich klebrige Nusshonigzeug schmeckt sicher nur hier so verboten gut... Oder ? 
Ob der MIRTO in München noch bestehen kann? ... Ein digestivo aus Myrte ... 

Stilvoller Abschied im L'ESSENZA . 
So eine Insel muss man auch lukullisch ehren ... Oder kulinarisch , wie es euch gefällt ...Fällt jedenfalls leicht ..
Blitz und Donner und Güsse  aus heiterem Himmel . Macht nix .

Diese grandiose große magische verrückte laute und stille Insel ... CIAO, BELLA SARDEGNA ! TORNERÒ ! 












V





Text und Photos ©krista posch 

Dienstag, 20. September 2016

20.9.2016 Reise (5)

20.9.2016 Reisenotizen (5) 

....wir rannten über Stock und Stein, waren jung und alt zugleich.....eine Freundin, die mich hier besucht hat für eine Woche, und ich, wir waren oft völlig allein zwischen 3000 Jahre alten Brunnen-Tempeln, Versammlungs-räumen, heiligen Wegen und heiligen Hainen, Oliven, Eichen.. Wir nahmen und gaben, wir lachten und schäkerten mit alten und jungen sardischen Männern ..und auch Frauen.
Nur wenige Touristen mehr .. .

Die Sonne brennt, auch wenn der Herbst sie filtert... 

WER FLIEGEN MÖCHTE MUSS ES TUN. Antonello vom Agriturismo  Sas Abbilas , was "die Adler" bedeutet, sagt, als Kind habe er ein Shirt getragen, auf welchem eine Möwe zu sehen war und darunter stand dieser Satz ... Ein Mensch, phänomenal mit Erde und Himmel verbunden ... Ich kann es nur so ausdrücken .. Hat sich auf seinem Grundstück eine Mischung aus Schlaraffenland und Paradies erschaffen ... Flüssiger Ziegenjogurth zum Frühstück .. So muss Manna geschmeckt haben ... Ja ja,  man darf mich ruhig auslachen ...

SANTU ANTINE .. Hochburg der Nuragher-Kultur... Der sardische Boden ... die Kraft dieser Erde ... Dieses Himmels... Bin voll getränkt davon ... 

Die alten Männer mit ihrer selbstverständlich-sinnlichen Offenheit ... 
Der Parco di Giara, von Tuili aus.. Ein wildwucherndes Hochplateau, eines von vielen ... Wildpferde , Korkeichen mit ihren frisch-roten Wunden, verwunschene Waldstücke,
 ...der Nuraghe  SU NURAXI mit Innen- und Aussenmauern, Licht nur im Innenhof.. Die Angst regierte wohl schon vor 3000 Jahren die Welt, und doch gab es bei diesem Ur-Hirtenvolk der Nuragher auch einen Kontakt nach "oben", zu einer Intelligenz, der sie noch verbunden waren... zumindest die ursprünglichsten von ihnen  ... 
Was für ein Land !
Und so schöne Menschen oft !
Den jungen Mann von einem Agriturismo beim Nuraghe Mannu, den musst du dir halt vorstellen : helle Haut, kohlschwarze große sanfte Augen, meterlange Wimpern, kohlschwarze Haare plus ebensolchem kleinen Bart, von prenuraghischer Freundlichkeit beim Beantworten einer Frage ... 
....auch die indischen Feigen, die wie ein fleischiges Netz überall die Hänge überziehen ... Oder die vielen Felsgebilde, welche Gesichter, Haltungen, Gesten ausdrücken... Die Natur hat oft Comic-Qualität !

Bergauf bergab durchs Wilde Innere sind wir gefahren ... Hinter fast jeder Haarnadel Kurve lauerte neue Natur, neues Gefels... Neue Berggeister... Wir haben die Nuragher-Dörfer mit ihren Heiligtümern besucht... Inzwischen haben diese Orte christliche Namen, wurden Kirchen dran gebaut wie überall an sogenannten Kraftplätzen , Kraft ist manchmal trotzdem noch vorhanden ... ... Santa Cristina, Santa Vittoria... 

Das Gigantengrab THOMES bei Dorgali ... Als hätten Außerirdische ein Mutterraumschiff vergessen hier, und finden nun nicht mehr zurück ...

Das sensationelle MENHIR - Museum in Laconi .. Prenuraghische Darstellung von MENSCHEN ... Der erste Versuch, sich selbst anzuschauen... Und sich unter die Sterne zu stellen, um mit ihnen und dem Universum zu kommunizieren... Was haben wir doch alles verloren ... ...Auch weibliche Menhire gibt es ..... wie bitte ?  Mit angedeuteten Brüsten, und einem Tor zur Welt unten .... Jawoll :-)

CALA GONONE sieht so aus , wie ich mich an meine Kindheitsmeerurlaube erinnere ... Nachsaison -Charme überall  .. Das tat der Qualität der Muschelsuppe und der Insalata di frutti di mare keinen Abbruch .... Der Wind  fegte über die Veranda, der Mond stieg tropfend aus dem Meer, "buona notte e a domani !"

Ein paar Eindrücke , zum Vergrößern draufklicken :

















Text und Photos ©krista posch 

Montag, 12. September 2016

12.9.2016 Reise (4)



Via Onanesi ... Ist das was Unanständiges ? Sie war zum Ärger meines Navi jedenfalls gesperrt und bescherte mir einen Umweg von herrlicher unglaublich selbstverständlicher Schönheit . Ein Filter von Ocker und salbeigrün lag über allem und tröstete über die zerlöcherte strada provinciale hinweg ... "La crisi" eben ... 

Sagt man Sachsen-Anhaltiner, -Anhalteser, oder -Anhalter ? Wollen die mitgenommen werden ..? Also zwei sind jedenfalls heute nach Florenz gefahren, nachdem sie sich im schönsten Sächsisch beim Frühstück mit mir unterhalten haben .

Diese Namen unterwegs ... Terra Etrusca... Via Aurelia... Tuscania ... Irgendwie aus Schulbüchern bekannt ... Und jetzt bin ich in Civitavecchia, diesem Riesenhafen, Roms Hafen, wo morgens und abends die italienische Hymne erschallt, wenn da die Fahne gehisst oder eingezogen wird, so erklärte mir eine schöne Frau auf einem Mäuerchen, die zusammen mit ihren Kindern die untergehende Sonne genoss, und jeden Abend hierher kommt - é la mia cittá - früher war es ihr Vater, der für die Fahne zuständig war. Während ihrer Erzählung haben mich gefühlte 30 Mücken attackiert ...

Die Arkaden unter denen ich eine Pizza esse und ein Nastro Azzurro Bier trinke müssen den gleichen Mussolini-Architekten gehabt haben wie die Arkaden hinter dem Siegesdenkmal in Bozen ... Ebenso die Häuser, die abends alle golden leuchteten in diesem unglaublichen Abendlicht ..

Civitavecchia , hab ich gelesen , wurde von den Alliierten  in Schutt und Asche gelegt, obwohl es eine Hochburg der RESISTENZA war ...







Text und Photos ©krista posch

Samstag, 10. September 2016

10.9.2016 Reise (3) ... Zweiter Versuch

LEIDER HAT SICH DER REISEBERICHT HEUTE PLÖTZLICH SELBST GELÖSCHT .... Hier was davon übrig ist ... 


Die ganze Gegend hier ist thermal unterwandert .. Es gibt Reste von einer riesigen Mühlenanlage , das Wasser wurde für alles was gut und nötig war verwendet und in der Riesenwanne am Dorfplatz badeten schon Lorenzo IL Magnifico und Pius der II. 
Die zukünftige Heilige Katherina wurde von ihren Eltern hier hergeschleppt damit sie auf andere Gedanken kommt als ins Kloster gehen zu wollen, sie hat sich dann laut Legende an die heißeste Stelle der Quelle gesetzt und sich somit gequält , um sich gegen ihre Eltern durchzusetzen.. Noch heute sehen besonders Begabte ihren Schatten durchs Heissbecken schweben ..

Ein Netz von Heilwasser also unter der kleinen Stadt... Das Netz vom GPS ist weniger fit hier und ich konnte einen Amerikaner mit Mühe davon abhalten , seinem Navi in den Fluss zu folgen, wo es seit der Römer Zeit nur mehr Reste einer Brücke über die Orcia gibt , aber das hat sich zur NSA oder zu wem auch immer noch nicht durchgesprochen .

Die Aliens knallbunt auf ihren Motocross Rädern musst du dir auch vorstellen, sie donnerten in einer Staubwolke an mir vorbei, und daß die beiden keine Roboter waren sah ich an der wahrscheinlich freundlich grüßenden Hand des einen . 

Wunderschönen Elstern bin ich begegnet auf meiner Wanderung... Durch einen Schilfwald zu den Türkisen Thermalbecken gegangen...Einen verlassenen Marmorbruch und seine Hallen und Gerätschaften hab ich inspiziert. Es muss Zeiten gegeben haben, wo die leere Lagerhalle bunt und lebendig benutzt wurde wie man an Wandschmuck und - Botschaften sehen kann , siehe Fotos, und jetzt wächst allmählich alles zu , die Natur holt sich ihren Raum zurück, überhaupt gibt es Stellen, die sind Urwald und von der Welt und der italienischen Regierung vergessen, wie so sieht es aus auch der so hübsche Ort Rocca d'Orcia, aber das tut ihm gut ...  und manchmal hätte ich mich heute nicht gewundert , wenn ich , wie im Roman von M.Haushofer ( hieß  sie so ? ), plötzlich an eine unsichtbare Wand gerannt wäre und auf ewig in der Valle d'Orcia bleiben dürfte .

Hier ein paar Bilder :











Text und Fotos ©krista posch