Sonntag, 28. Januar 2018

M U S I K ... SOOO JUNG *




Die leuchtenden Augenbrauen der Jungs vom Danish String Quartet sind immer noch als blonde kleine Schwalben 
vor meinem inneren Auge unterwegs. 


Einfach begeisternd . Bin völlig verzaubert.
Alles in mir tanzt und meine noch etwas verstopften Nasenhöhlen gehen mitten im Konzert auf.
Die Lange Nacht des Streichquartetts im Prinzregententheater in München. Veranstaltet von der Konzertagentur Hörtnagel.

Die schwarze Bühne, vor dem Eisernen, auf der ich Rosalinde, Shen Te/Shui Ta, Irma Prechtl, und wer weiss was noch alles war Ende der 80er Jahre. Bilder kommen hoch und vermischen sich mit  Schubert, Jazz, Haydn, Swing, Prokofiew,
Skandinavischer Folkmusik, Beethoven, Popstandards 
und werden davon weggeschoben.

Es ist in sich kein Vermischen, kein Es-besser-wissen, was die drei ersten, drei zweiten Geigen, drei Bratschen, drei Celli, macht drei Streichquartette höchster Güte, da hintereinander und abwechselnd vollbringen.... alles PUR, alles hochprofessionell, alles mit Ernst und Charme und Tiefe und Albernheit und Liebe zu ihren Instrumenten, ihrem Können, ihrem Publikum, dem sie alles, was sie haben und geben können, in die staunenden Herzen und Ohren legen, streichen, werfen, schenken....

Das Danish String Quartet blond und bärtig und spröde und genau und grandios, und tiefdunkelblond klingen ihre nordischen Weisen und beim "Rasumowsky"-Quartett von Beethoven schwappt pures, tiefes, un-verkopftes Spiel/Gefühl zu mir und durch den Raum.

Das Vision String Quartet eröffnet mit Minimal Music von Steve Martland, und Alexej Gerassimez an der Marimba. Die Ohren und Augen treten in Wettkampf miteinander: 
ICH hab mehr davon! Nein ICH! Die Seele lächelt.
Der Quartettsatz von Schubert später lässt eine Frau vor mir weinen. Ihr Partner krault sie im Nacken. 
Schmerz und Zärtlichkeit im Raum, und Jubilieren.

Im Armida Quartett gibt es ZWEI FRAUEN. Klein, zierlich, ausgestattet mit hochhochhackigen roten Pumps und Bratsche und Violine und Power!! Lerchengesang bei Haydn und ein fulminanter ins Mark treffender Prokofjew (Streichquartett Nr.2 F-Dur)


Vier Stunden dauert das Klingen und Swingen und Klopfen und Percussionieren und Zupfen und Weben und Streicheln und Explodieren...  erst um Mitternacht merke ich, dass die Holzsessel drücken... In der U-Bahn noch ist die Energie und das Flirren des Abends zu spüren, die gute Laune... 

Das sonst eher zurückhaltende Konzert-Publikum strahlt noch aus allen Poren... 

Alle wissen jetzt, wie eine halb mit Sprudel gefüllte Wasserflasche klingt, wenn man sie befühlt, befingert, antippt, zischen lässt wie Alexej Gerassimez... und vielleicht hat sich viel Rhythmus wellenförmig aus bayrischen Behausungen durch diese Nacht bewegt. 


Die leuchtenden Augenbrauen der Jungs vom Danish String Quartet sind immer noch als blonde kleine Schwalben vor meinem inneren Auge unterwegs...















während einer der drei Pausen... 


Hier die Links zu den Musikern :

http://danishquartet.com/

http://visionstringquartet.com/

http://armidaquartett.com/en/quartet/





text&bilder (c)krista posch




4 Kommentare:

  1. ich ahne, was ich verpasst habe -
    spüre durch die sinnliche Beschreibung jetzt Schwingungen in mir
    die tun mir gut
    Wirkung auf 2. Ebene

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  2. Da kommen mir schon beim Lesen Deines Blogs die Tränen. Wie plastisch Du das wieder geschrieben hast. Ich will Euch ja nicht beneiden um diese Musikerlebnisse (ein ganz klein wenig), finde es wunderbar, dass Ihr das erleben könnt, und vor Allem, wie Ihr es erlebt!!

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