Sonntag, 17. Juni 2018

TAGEBUCH 17.6.18 ... SÜD-KRETA



Den Sand aus den Schuhen geschüttelt, aus dem kleinen Koffer auch, in jeder Ritze hat er sich versteckt, um mich heimlich nach München zu begleiten. Die griechischen, besser gesagt die SÜDKRETA-Tage sind um und werden lange nachwirken. 
Die Fahrt zum Flughafen mit Demetrius, dem stolzen Griechen im rosa Hemd, dauert lange und umgeben von Oleander, irgendwas Gelbem, ein paar Ziegen, nehme ich Abschied von der Insel. 
So viel Stille und auch so viel Lärm immer in knappen Abständen wechselnd hab ich lange nicht erlebt. Das Eine schien das Andere zu bedingen, zu rufen.

Eine Zusammenfassung meiner kürzlichen Solo-Reise ... fällt schwer... vielleicht genügen einige der unzähligen Fotos, um einen Eindruck zu vermitteln.. 
Die Motive fallen über mich her, jeden Tag und dauernd. Kein Thema ergibt sich. Alles gleichzeitig. 

Geräusche kann ich nicht fotografieren, sie wären es wert. 
Musik überall wo keine Menschen sind. Zikaden, Wind in allen Varianten, Meer von flüsternd bis aufbrausend, klappernde Fensterläden, stöhnend oder wispernd die Bäume. 
Der Himmel fast immer wolkenlos blau gestrichen, abenteuerliche Strommasten zeichnen sich ein, Kabel führen in ungewisse Fernen, um dort ihre Daseinsberechtigung zu beweisen, die nur einer staunenden Vorbeiziehenden  wie mir verborgen bleibt. 

Landschaften wie aus den Filmen von Sergio Leone, Menschen weich und freundlich, helle oder kohlschwarze starke Blicke aus Augen, die tief in die Seelen blicken lassen, eine Melancholie auch im offensten Lachen. 

Auf jedem Hügel, in jeder Felsspalte eine kleine Kirche, weiss gestrichen, Jahr für Jahr, und wenn es kein Geld für nichts mehr gibt - die Kirche wird neu gestrichen. So viele Bildstöcke und Kapellen habe ich ausser in süddeutschen Gegenden oder in den Tiroler Bergen noch nirgends gesehen. 

Die Sonne  zeigt sich launisch und spröde beim Auf-und Untergehen. Nicht immer postkartenrot, auch blassgolden, silberweiss, verlässlich präsent auf alle Fälle.

Tiere ... 
Allgegenwärtig Katzen, Hunde, Ziegen. 
Zicklein beim Versuch, Steinböcke zu sein.
Die Ziege, die Bierdurst hat.
Katzen gelangweilt aufm Barhocker.
Ein fremder Hund legt mir seinen Kopf aufs Knie.
Ein Einhorn schaut vom Balkon.

Überall wächst und blüht es mikroklein geduckt und bunt oder wirft einem das Pink der Bougainvilleen ins Auge, die Pracht der Oleander, und der Duft von Jasmin ist auch gnädig dort gegenwärtig, wo Müll in der Hitze gärt.

Wandern unter niedrigen verzauberten Zedern, die lebendig werden wenn man sie ernst nimmt. 
Ein Vogel flattert hoch als ich vorbeigehe wo kaum jemand vorbei geht . 
Ich erschrecke mehr als er. 

Die deutsche junge Frau, die die Liebe zu Yourgos auf der Insel hat bleiben lassen, macht eine Fava für mich, ein Pita-Brot mit Spinat und Schafskäse, und sie hat ein bisschen Heimweh nach Euskirchen dann und wann.  



















































text & fotos (c) krista posch 

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