![]() |
| (c)cineplex.com |
Drei Mal Film.
Drei Mal Vergangenes, Verdrängtes, Verwandeltes.
1.
LOLA RENNT von Tom Tykwer
.... und wie sie rannte und rannte und feuerrot leuchtete vor zwanzig Jahren und Passanten umschmiss und deren Leben änderte sich blitzartig drei Versionen lang/kurz und ihre Möglichkeiten, Moritz Bleibtreu "Manni" zu retten auch und die Musik treibt voran und 1998 ist weit und nah und es lohnt sich, bei amazon.prime ein gratis 30Tage-Test-Abo zu nehmen, einfach, um Franka Potente (noch Mal) rennen zu sehen und die Möglichkeiten, die sich in Sekundenschnelle auftun, wenn nur ein einziges Bausteinchen im Leben aktiv oder passiv verändert wird und wie Schicksal seinen Rhythmus vorgibt und wie ein gellender Schrei, gellender Wunsch, gellender Gedanke im rechten Moment ins Leben eingreift und wie pinkfarbene Haare wieder modern werden sollen und ...
2.
ITZHAK PERLMAN , ein Filmporträt von Alison Chernik , jetzt im Kino
Was er aus seinem Leben gemacht hat, die Vergangenheit hängt ihm buchstäblich in den Knochen, in den Beinen. Nach seiner Kinderlähmung hat er alles Leben in die Hände gebeamt, in sein Herz, in seine Phantasie, in seine Gabe. "Die Geige ist ein Nachbau der Seele." Der Film gründelt nicht tief, zeigt den Menschen Perlman, zeigt, woraus er Kraft schöpft jeden Tag. Schüler, Familie, Musikerkollegen, seine Baseball-Begeisterung. Seine Frau Toby ist ein Kapitel für sich. Großartig, wenn auch etwas nervig zwischendurch. Aber seit über 50 Jahren sehr präsent an seiner Seite. Ich ertappte mich dabei, politische Stellungnahmen von ihm zu vermissen. Er witzelt auch beim Mahl mit Netanjahu, ist keiner wie Barenboim, der seine Kunst immer mit Politik verbindet. Entspannte eineinhalb Stunden mit einem warmherzigen, witzigen, großartigen Künstler und wenn ich ihn auf seiner Stradivari die "Chaconne" aus der Partita Nr.2 von J.S.Bach spielen höre und sehe, möchte ich, dass es nicht aufhört.
KULENKAMPFFS SCHUHE. Ein Film von Regina Schilling.
Hans Rosenthal als Quizmaster. So viel Trauer und schlecht verborgene Bitterkeit in seinem Lächeln.
Hans-Joachim Kulenkampff mit seinen "Witzen" über den Krieg, die er sich in vielen Situationen nicht verkneifen kann. Die Menschen im Publikum scheinen nicht genau zu wissen, worüber sie da lachen. So klingt das jedenfalls.
Peter Alexander singt sich mit kitschiger Stimme und ziemlich verlogenen Texten durch die Nachkriegszeit.
Wir hatten erst sehr spät einen Fernseher in unserer Wohnung in Bozen. Da war ich schon etwa 13 oder 14. Alle drei Shows habe ich auch immer mal gesehen, gelacht, den Subtext dahinter nicht verstanden. Aber "verspürt", das weiss ich genau. Die italienischen Shows mit Mike Buongiorno oder Pippo Baudo waren ebenso ein einziger Verdrängungs-Spass. Stark, wie diese Dokumentation rückwirkend ihre Effekte hat. Ihre "Arbeit" macht. Einen sich selbst und seiner eigenen Vergangenheit im bürgerlichen Milieu wieder nahe bringt. Wahrnehmungen von damals hochkommen lässt. Viele nicht gestellte Fragen aufwirft.
"Der Dokumentarfilm "Kulenkampffs Schuhe", der vollständig aus Archivmaterial besteht, zeigt Nachkriegsgeschichte auf überraschende, ungewöhnliche und berührende Art und Weise: Anhand von zahlreichen Showausschnitten von damals, Interviews, privatem Super8-Material, historischen Dokumenten und Fotos eröffnet sich eine ganz neue Sicht auf das Unterhaltungsfernsehen der Bundesrepublik: Es war angetreten, eine ganze Nation von ihren Kriegstraumata zu therapieren, ein unverzichtbarer Ruhepol. Ein Film, der generationsübergreifend herausfinden möchte, wie die Deutschen wurden, was sie sind."
(#ardmediathek)
text(c) krista posch
LINKS :
zum Trailer : Itzhak Perman Film
Noch bis zum 15.8. zu sehen "Kulenkampffs Schuhe" : zum Film

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Freue mich über Ihre Kommentare, wenn Sie mögen *